Tuntenhausen – Mit musikalischer Begleitung durch die Schönauer Musi und unter strahlendem Sonnenschein war die Festgesellschaft zur Ederhalle gezogen. Dort freute sich Bürgermeister Georg Weigl über den guten Besuch, denn die Halle war bis auf den letzten Platz gefüllt.
„Alleine die vielen Fahnen unserer Ortsvereine heute lassen die große Tradition unserer Gemeinde erkennen“, meinte der Bürgermeister. Er verwies auch darauf, dass die Gemeinde gesund wachse: von rund 4000 Einwohnern bei der Gebietsreform 1978 auf aktuell 7300 Bürger. „Darauf können wir alle miteinander stolz sein“, so Weigl. Zudem hob er hervor, dass der Burschenverein das Bürgerfest während seines 110. Jubiläums (wir berichteten) ermöglicht hat.
„Vereine förderten Zusammenwachsen“
Altbürgermeister und Ehrenbürger Sepp Haas blickte dann auf die schweren Tage der Gebietsreform 1978 zurück und hinter die Kulissen des „Geziehe und Gezerre“ um die neuen Gemeinden. „Der Altlandkreis Bad Aibling wurde aufgelöst und Helfendorf kam zum Landkreis München“, so Haas. Auch der Schulverband sei eine „schwere Geburt“ gewesen. Pläne, Lampferding, Tuntenhausen, Beyharting und Hohenthann mit Holzham und Aßling zusammenzulegen, scheiterten ebenso wie die Pläne eines Schulverbundes mit Westerndorf, Großkarolinenfeld und Aßling. Letztlich gelang es Haas, Gemeinde- und Schulgrenzen „beisammen zu halten“.
Nicht einfach sei auch die Grenzfestlegung zu den Nachbarorten Aßling und Emmering gewesen. Man einigte sich auf eine Grenze diesseits der Attel. „Damit sparen wir uns noch heute die teuren Brückensanierungen“, meinte Haas schmunzelnd. Als dann feststand, dass Hohenthann, Beyhar-ting, Tuntenhausen und Lampferding die neue Gemeinde Tuntenhausen bilden würden, galt es Ressentiments abzubauen und zusammen zu wachsen. Keine leichte Aufgabe wie Haas betonte. Aber: „Das Zusammenwachsen haben unsere örtlichen Vereine sehr stark gefördert“, findet Haas.
Allerdings brachte die Gebietsreform auch so manchen Ärger: „Es kamen Dinge vor, die ich hier nicht erwähne, die ich selbst aber nie vergesse“ meinte der Ehrenbürger am Ende seiner viel beklatschten Rede.
Anschließend übernahmen die Schönauer Musi sowie der Spielmanns- und Fanfarenzug Beyharting die musikalische Umrahmung des Abends in der festlich geschmückten Halle. Die meisten Vereine und Organisationen der Gemeinde präsentierten sich zudem mit Ständen in der Halle und auf dem Freigelände. Sie zeigten dabei die große Bandbreite an Aktivitäten, die es in der Gemeinde gibt, eindrucksvoll auf.
Umrahmt wurde das Fest des Weiteren von Darbietungen der Trachtenvereine aus Ostermünchen und Schönau sowie der Goaßlschnoizer. Zudem lief am Seitenrand eine Diashow mit 150 Bildern aus den bewegten 40 Jahren seit der Gebietsreform. Der Rest des Abends war der Gemütlichkeit vorbehalten, dem Schwelgen in Erinnerungen an alte Begebenheiten und dem Austausch.
Dem Bürgerfest vorausgegangen war ein Totengedenken am Kriegerdenkmal. Kaplan Bruno Bibinger erinnerte an verstorbene Kameraden des Burschenvereins. „Das Sterben jedes Einzelnen hat eine unverwechselbare Erinnerung hinterlassen“, so der Geistliche. Zu Ehren jedes Verstorbenen der vergangenen zehn Jahre zündeten die Burschen Kerzen an. Ferner wurde ein Kranz niedergelegt, die Fahnen senkten sich zum Lied „Ich hatt’ einen Kameraden“ und drei Böllerschüsse ertönten. ws