Feldkirchen-Westerham – Unbekannte haben, unerlaubt, Zettel an Laternenmasten, Plakate oder Brückenpfeiler in Feldkirchen-Westerham geklebt. Auf den weißen DIN-A4-Blättern stehen Anti-AfD-Parolen. Die Gemeinde entsorgt sie nun. Um rund 100 Flugblätter handelt es sich in Westerham und vor allem in Feldolling, schätzt Karoline Peidli aus dem gemeindlichen Hauptamt. Es ist nicht das erste Mal, dass Unbekannte in Feldkirchen-Westerham gegen eine Partei Stimmung machen wollen. „Wir haben vor jeder Wahl solche Aktionen – aber derart massiv war es mit Flugblättern noch nie“, erinnert sie sich.
In Westerham hingen sie laut der Rathausmitarbeiterin zum Beispiel am Feuerwehrhaus, in Feldolling am Bushaus und der Anschlagtafel. Dort seien die Zettel auch mit Panzer-Klebeband an Brückenpfeiler geklebt worden.
„Ein Bürger hat sehr bald ein Foto geschickt“, so Peidli. Für Bürgermeister Hans Schaberl ist die Aktion schlicht unanständig und „kindisch“. Auch, weil Wahlwerbung anderer Parteien beklebt worden ist: „Wenn eine genehmigte Partei ein Plakat aufhängt, dann muss ich das akzeptieren – ob mir die Partei gefällt, steht auf einem anderen Blatt“, sagt er. Die Gegner hätten in die Zettel investiert, sagt er: „Das sind keine normalen Blätter, sondern hochwertiges Papier. Das fault nicht so schnell.“
Inzwischen ist die Gemeinde tätig geworden: Die Bauhofmitarbeiter nehmen alle Zettel, die sie finden, ab. Dann werden sie vernichtet. „Es wird aber noch einige Tage dauern, bis sie alle gefunden haben“, so die Rathausmitarbeiterin. Anzeige gegen Unbekannt wird die Kommune allerdings nicht erstatten. „Wen sollen wir greifbar machen?“, fragt Peidli. Die Geschädigten seien auch die Parteien, deren Plakate beklebt worden seien, ergänzt Schaberl.
Zwar hat Feldkirchen-Westerham keine Plakatierverordnung. Trotzdem hätten die AfD-Gegner eine Genehmigung benötigt, um die Blätter aufzuhängen. „Wir hätten die Zettel nicht erlaubt. Das ist keine Wahlwerbung, sondern Verunglimpfung“, so Peidli.sib