Ziel: Die 50000-Besuchermarke knacken

von Redaktion

Interview mit Peter Kinold, Organisator der Messe Rosenheim

Die Messe Rosenheim öffnet am morgigen Donnerstag wieder ihre Pforten. Die Besucher erwartet dabei bis kommenden Sonntag eine Mischung an bewährtem Handwerk, Innovationen und viel mehr auf der Loretowiese in Rosenheim. Peter Kinold (Kinold-Ausstellungsgesellschaft mbH) aus Ulm, der die Veranstaltung bereits zum sechsten Mal organisiert, stand vor dem Auftakt den OVB-Heimatzeitungen Rede und Antwort.

Messe Rosenheim: Was erwartet die Zuschauer heuer alles?

Die Messe Rosenheim bietet den Besuchern einen Überblick über die Leistungsfähigkeit der Region Südostbayern und Teilen Österreichs. Die Schwerpunkte der Messe sind Bauen, Wohnen, Garten, Renovierung und Wohndesign, Energietechnik und Elektronik, Tracht und Tradition, Medizin – Gesundheit – Wellness, Freizeit und Reise, Familie und Kinder.

Was sind Besonderheiten der Messe?

Erstmals wird eine Tuningshow präsentiert, die Freunde individualisierter Fahrzeuge begeistern soll. Premiere hat auch die Wahl der Miss Tuning: In Halle 12 wird in Zusammenarbeit mit der Firma Ziegler aus Rosenheim eine Spielewelt aufgebaut, die die großen und kleinen Kinder anspricht und für jede Menge Familienunterhaltung sorgt. In dieser Halle geht es auch um das analoge Brettspiel, welches als neuer Trend wieder entdeckt wird. Die Themenhalle Tracht und Tradition präsentiert sich mit traditionellen und modernen Trachten aber auch mit kunsthandwerklichen Schmuck. Ganz neu ist die digitale Halle in der die neuen Welten von digital und Netzwerktechniken vorgestellt werden. Mit dabei ist die Fachgruppe Rosik aus Rosenheim und die Gründerszene rund ums Stellwerk 18.

Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie?

In diesem Jahr soll die Marke von 50000 Besuchern erreicht werden.

Was sind die Steckenpferde der Messe 2019?

Laptop und Lederhose: Das neue digitale Projekt in Halle 14 und die vielen Anbieter traditioneller Produkte und Dienstleistungen.

Wo sind die Unterschiede zu 2018?

Die Messestruktur ist klarer gegliedert und die Themenbereiche zusammengefasst. Die Messe ist deutlich regionaler strukturiert und spricht verschiedenere Zielgruppen. Das Angebot, insbesondere im Freigelände ist vielfältiger und bezieht auch die Gartenfreunde mit ein. Erstmals gilt den Familien mit Kindern ein Messeschwerpunkt.

Was bringt die Messe den Ausstellern? Gibt es hierzu entsprechendes Feedback?

Regionale Messen, wie die Messe Rosenheim, bewegen in etwa 25 bis 30 Millionen Euro und sind deshalb eine wirtschaftsfördernde Maßnahme für den Standort Rosenheim in der Region. Die Unternehmen können sich zum einen als coole Arbeitgeber darstellen und zum anderen neue Interessenten gewinnen und auch direkt auf der Messe Geschäfte abschließen. 27 Prozent der Besucher sagen aus, dass sie Spontankäufe auf der Messe getätigt haben. Diese kaufauslösende Stimmung und das auf Zeit entstehende Netzwerk bietet außergewöhnliche Möglichkeiten für unternehmerische Erfolge.

Erstmals präsentieren sich Unternehmen im Bereich Garten auf der Messe. Warum war das bisher nicht so?

Auch in diesem Jahr liegt der Messestart in der Hauptsaison für Gartenbauunternehmen. Insbesondere die personelle Anspannung in den Unternehmen, hemmt die Möglichkeit an der Messe teilzunehmen. Es ist daher erfreulich, ein Rosenheimer Unternehmen und einen Betrieb aus Salzburg gewonnen zu haben. Beide bieten dem Gartenfreund interessante Informationen und gestalten Teile des Freigeländes gartentypisch.

Was begeistert Sie an Rosenheim und der Region persönlich?

Das enorme Freizeitpotenzial und die Schönheit der Landschaft wird gleichzeitig mit einer extrem hohen Wirtschaftskraft kombiniert. Das ist ganz besonders begeisternd.

Wie bewerten Sie die Wirtschaftskraft der Region?

Es handelt sich um eine der kaufkraftstärksten Regionen Deutschlands. Gleichzeitig zeichnet sich die Region durch eine extrem geringe Arbeitslosigkeit und starken Zuzug von Menschen, aus vielen anderen Regionen, aus. Die Vielfalt der Kleinunternehmen gibt der Region auch eine geringe Anfälligkeit für Konjunkturschwankungen bei bestimmten Branchen und bietet daher eine enorme wirtschaftliche Stabilität.

Gibt es zur Organisation Vorgaben?

Die Messe wird in enger Kooperation mit dem Wirtschaftlichen Verband und der Stadt Rosenheim organisatorisch vorbereitet. Hierbei gibt es viele Vorgaben, die in das Konzept übernommen werden. Das beginnt bei der Terminfestlegung und endet bei einem abgestimmten Verkehrs- und Sicherheitskonzept.

Wie kommt es, dass in diesem Jahr mehr regionale Unternehmen an der Messe teilnehmen?

Durch die allgemeine Entwicklung hin zu regionalen Produkten und Dienstleistungen werden Märkte und Messen wieder mehr in das Bewusstsein der Verbraucher gerückt. Regional ist nicht mehr langweilig, sondern wird als Qualitätsmerkmal gesehen. Das stärkt das eigene Regionalbewusstsein. Die Verkürzung der Messelaufzeit und die neue innere Struktur der Messe sowie die neuen Themenfelder haben überdies Unternehmen überzeugt und somit zur stärkeren regionalen Beteiligung beigetragen. Deutlich über 80 Prozent der teilnehmenden Aussteller stammen aus der Region beziehungsweise aus dem Einzugsgebiet der Messe Rosenheim.

Wie ist die Themen-Aufteilung auf dem Gelände? Wo findet der Besucher was?

Wir übermitteln Ihnen einen Übersichtsplan aus dem die Tehmenbereiche hervorgehen. Für die Besucherorientierung gibt es an den Zugängen der Messe Handouts und im Messeglände Orientierungspunkte mit den wichtigen Angaben für Besucher.

Früher war die Messe länger. Warum wurde sie auf vier Tage komprimiert?

Die Verkürzung der Messelaufzeit ist der Personalnot insbesondere im Handwerk geschuldet. Auch in Dienstleistungsgewerbe gibt es zu wenige Mitarbeiter, um eine Messe über neun Tage personell ausstatten zu können. Zudem entspricht es dem Zeitgeist derartige Veranstaltungen kurz und schlagkräftig zu inszenieren, um das Besucherinteresse aufrecht zu erhalten.

An welche Zielgruppe richtet sich die Messe?

Die Besucherzielgruppen sind so vielfältig, wie die Anbieter der Messe. Es beginnt bei den Schülern als Nachwuchs und endet bei den Senioren die barrierefrei und gut betreut wohnen möchten. Es ist also ein Querschnitt der Bevölkerung angesprochen.

Für verschiedene Zielgruppen werden spezielle Besucherpreise angeboten. Warum?

Neben der Überlegung einer sozialen Staffelung bieten wir zusätzliche Besuchsanreize. Gemeinsam mit den Ausstellern werden Kunden und damit gezielt Zielgruppen zur Messe eingeladen und somit ein hochinteressantes Besucherpotenzial angesprochen.

Was sind Plus- und was Minuspunkte in Ihren Augen?

Pluspunkt für das Messeprojekt ist die zentrale Lage mitten im Ortskern und die Anziehungskraft der Stadt Rosenheim in das Umland. Ein Minuspunkt ist die schwierige Verkehrsituation im Stadtkern und beim ruhenden Verkehr.

Interview: Silvia Mischi

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