Bruckmühl – Mit dem Spitzenweinjahrgang 2000 verglich Oberstudiendirektor Walter Baier die Absolventen. Immerhin haben 90 das Reifezeugnis geschafft, davon steht bei 24 – bei jedem Vierten – eine Eins vor dem Komma. Acht Schüler bekamen eine Note von 1,5 und besser. Leoni Haslinger und Lena Cimbalnik schafften sogar die Traumnote 1,0.
Wagnis außerhalb
der Komfortzone
„Euer breites Wissen sorgt dafür, dass euch alle Türen offenstehen“, meinte der stellvertretende Landrat Dieter Kannengießer, der die Jugendlichen animierte, keine Angst zu haben, aus der Komfortzone herauszukommen – „denn nur so kann man sich entwickeln“.
Richard Richter, Bürgermeister der Marktgemeinde Bruckmühl und sozusagen „Nachbar“ des Gymnasiums, richtete seinen Blick ein wenig auf das Mathe-Abitur: „Unplanbares und Unvorhergesehenes gehören zum Leben dazu“, meinte er. Der „Generation Z“ stünden die Türen offen, trotzdem warnte Richter die Absolventen, nicht zu lange zu warten und auf „Besseres“ zu hoffen. Martin Oswald, Zweiter Bürgermeister von Feldkirchen-Westerham, appellierte an die Jugendlichen, sich nicht vom Massentrieb beeinflussen zu lassen. Lars Reckmann (Elternbeirat) meinte lakonisch „Willkommen im Club der Ex-Gymnasiasten“.
In ihrer Abiturientenrede blickten Linda Biggen und Sinan Gümüs auf die zurückliegende Zeit. „Egal, ob eine 1,0 oder eine 3,0: wichtig ist, dass ihr zufrieden seid“, so Biggen. Gümüs stellte fest: „Wir wurden von allen akzeptiert und darauf sind wir stolz.“
„Es gehört zum menschlichen Leben, sich fortwährend entscheiden zu müssen.“ Diese Tatsache stellte Baier in den Mittelpunkt seiner viel beklatschten Abiturrede. Bei Entscheidungen müsse man sich ein präzises Bild von der Zukunft machen. Da diese aber unsicher sei und der Mensch nie alle Fakten kenne, müssten unweigerlich auch riskanten Entscheidungen getroffen werden. „Aber zum Leben gehört auch eine gewisse Risikobereitschaft“, meinte Baier und stellte fest: „Nichts ist aber schlechter, als keine Entscheidung zu treffen“.
Nach den Worten des Schulleiters ist es grundsätzlich besser, unvollkommene Entscheidungen zu treffen, als beständig nach vollkommenen Entscheidungen zu suchen, die man niemals finden wird.
Sein Ratschlag an die Abiturienten: „Verabschiedet euch vom Entweder-Oder-Denken, versucht dies als zwei Teile eines Ganzen zu sehen und baut eine Gewichtung ein.“ An die Eltern gerichtet meinte der Schulleiter, es sei schwierig, jetzt loszulassen, aber es gebe keine Alternative dazu. Ein Dankeschön richtete er dann nicht nur an die Eltern, sondern auch an den Oberstufenkoordinator Lothar Blum.
Vor der Verleihung der Abiturzeugnisse wurden noch, wie in Bruckmühl üblich, besondere schulische Leistungen gewürdigt. Den Physikpreis (Firma Adphos) erhielten Lilli Mehne für die beste Leistung im schriftlichen Abitur sowie Carlo Rottmayr und Jana Hartmann für die beste Leistung im mündlichen Abitur. Den Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) bekamen Lilli Mehne, Jana Hartmann, Carlo Rottmayr, Elisabeth Schönacher und Kilian van Remmen. Lilli Mehne erhielt zudem einen Buchpreis für die beste Physikleistung im Jahresfortgang.
Geehrt wurden auch die Besten in Latein (Jana Hartmann), Deutsch (Valentin Kramer), Englisch (Finn McMullen), Musik (Leonie Brunnhuber, Mathematik (Jana Hartmann) und Chemie (Leoni Haslinger). Die Jahrgangsbesten (Notendurchschnitt in Klammern) waren Leoni Haslinger (1,0), Lena Cimbalnik (1,0), Jana Hartmann (1,1), Leonie Brunnhuber (1,2), Lilli Mehne (1,3), Ramona Jobst (1,4), Elisabeth Schönacher (1,4) und Niklas Langer (1,4).
Musikalisch umrahmt mit Klavier, Orchester und Gesang wurde die Verabschiedungsfeier vom Absolventenjahrgang selbst, wofür die Jugendlichen viel Lob von Schulleiter Baier erhielten. Damit stelle die Bruckmühler Schule wieder einmal eindrucksvoll ihre Vielseitigkeit auf höchstem Niveau unter Beweis.
Nach der Überreichung der Abiturzeugnisse gab es nicht nur viel Applaus für die Absolventen, sondern auch für den Schlusssong der ehemaligen Klasse 10D: „Je Vole“ von Louane.