Bad Aibling – Nach einer voluminösen Bläser-Fanfare von der Empore verkündete Oberstudiendirektor Michael Beer bei der Abschlussfeier im vollen Kurhaussaal das beeindruckende Resultat des Abiturjahrgangs: 133 von 140 angetretenen Kandidaten legten die Prüfung mit Erfolg ab und erreichten einen Schnitt von 2,28.
Landesdurchschnitt
sogar getoppt
Trotz aller Diskussionen über die Schwierigkeiten des Mathematik-Abiturs schnitt man um ein Hundertstel besser ab als die Vorgängerklasse, betonte Beer. Insgesamt toppte man mit einem Notendurchschnitt von 2,28 sogar den Landesschnitt (2,29). Bei 42 Prüflingen (31 Prozent) stand eine 1 vor dem Komma. Nicht weniger als 18 schlossen dabei sogar mit 1,5 und besser ab; zweimal gab es die Traumnote 1,0.
Nach vielen Jahren war es heuer an der Spitze wieder einmal ausgeglichen, was die Geschlechter angeht: „Auf den vorderen 18 Plätzen liegen jeweils neun junge Damen und neun junge Herren“, sagte Beer.
Stella Hieble und Leon Bayer unternahmen in ihrer launigen Abiturrede eine Reise in die Vergangenheit – von der anfangs gezeigten Naivität über die Unlust bei Deutschstunden bis zum anstrengenden „Labyrinth mit Gefängnischarakter“ am Ende. Abschließend lobten die beiden ihre Eltern und auch ihre Oberstudienrätin Claudia Bauer.
Nach einem gelungenen Intermezzo mit „Game of Thrones“ der Streicher der Q12 ging Schulleiter Beer auf ein häufig zu hörendes „Passt schon“ ein, mit dem sich Menschen gerne zufrieden gäben. „Wir sehen das heute schmerzhaft in unserer Welt, wenn Tugenden und Werte nur noch ein Schattendasein führen“, monierte der Oberstudiendirektor. Tagtäglich erlebe man einen Rückgang und Verlust von Anstand und Respekt. Ob das an der Supermarktkasse sei, beim Autofahren oder in der U-Bahn.
„Es schwappt eine Woge der Anstandslosigkeit über unser Land“, kritisierte Beer, rote Linien werden permanent ignoriert, Werte nur noch mit Einkommen und Vermögen assoziiert. Hoffnung schöpfe er allerdings bei seinen Abiturienten, denen man in den vergangenen drei Jahren nicht nur Wissen und Können vermittelt habe, sondern auch Herz und Charakter.
Vor der Zeugnisverteilung wurden herausragende schulische Leistungen gewürdigt. So überreichte Dr. Andreas Reitzmann (Clariant) den Chemie-Oskar an Augustin Lösch. Den Physikpreis der Firma Adphos übergab Alexandra Schöps an Florian Frank.
Den Buchpreis für die Bestnote im schriftlichen Mathe-Abitur erhielten Moritz Kund und Augustin Lösch, den Latein-Preis und den Preis der Wirtschaftswissenschaften erhielt Tanja Derowski.
Stellvertretender Landrat Josef Huber überreichte an die vier besten Absolventen, Tanja Derowski (1,0), Moritz Kund (1,0), Elisa Aschenbrenner (1,1) und Florian Vorhoff (1,1) Buchgeschenke. Von Beer erhielt Rebekka von Beerfelde den Buchpreis der Erzdiözese München und Freising im Fach katholische Religionslehre überreicht und Lena Ludschowait den viel beklatschten Sozialpreis.
Moritz Kund und Augustin Lösch erhielten einen Buchpreis und eine Mitgliedschaft bei der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), Samuel Faust, Florian Frank, Simon Koch, Leonhard Messerer und Benedikt Schmitt ebenfalls eine DPG-Mitgliedschaft.
Die besten Leistungen in den Abitur-Einzelfächern wurden mit einem Erinnerungsgeschenk bedacht (Kugelschreiber mit Initialen). Und auch für Leistungen im Fach Französisch gab es einige Auszeichnungen, die Studiendirektorin Sonja Bongratz überreichte.
Letzte Ehrung im Rahmen der Feier war die Überreichung des Europasses Mobilität (erfolgreiche Auslandspraktika) an vier Schüler durch Oberstudienrätin Christina Ramolla.
Vor dem Höhepunkt der Feierstunde, der Verleihung der Abiturzeugnisse, sang das Vokalensemble der Q11/12 das viel umjubelte „Felder voller Gold“ von Werner Schmidbauer. Ohnehin wurde die gesamte Feier musikalisch von einem ansprechenden, hochklassigen Rahmenprogramm umrahmt. Orchester, Streichquartett, Combo, Big Band, Vokal Ensemble und Gesang zeigten nicht nur das hohe musikalische Potenzial an der Schule, sondern machte die Abiturfeier auch zu einem besonderen Ereignis.
Nach dreieinhalb Stunden bat Beer noch um einen Schlussapplaus für alle Beteiligten, der entsprechend laut ausfiel.