Lampferding – Einsatzkonzepte des Katastrophenschutzes im Zusammenspiel mit anderen Behörden erproben über 500 Einsatzkräfte in Lampferding jährlich. Veranstalter ist der Verein für Rettungsdienst und Katastrophenschutz in Bayern, der MKT. Er gehört dem Verein Medizinisches Katastrophen-Hilfswerk Deutschland an (MHW) an. Dessen Präsident Robert Schmitt steht Rede und Antwort:
Was ist der Unterschied zwischen der letztjährigen Übung mit dem Namen „Tempo 2018“ und der aktuellen Aufgabenstellung mit dem Titel „Trust 2019“?
In München haben sich Einsatzstandards gerade im Hinblick auf die Fußball-Europameisterschaft 2020 geändert. Diese gilt es zu erproben, um für die EM gut gerüstet zu sein.
Wir sehen hier wieder einen Großeinsatz von Einsatzkräften mit weit über 600 Aktiven. Wie lange plantmansoeineÜbung?
Die ersten Planungen starten circa sechs bis acht Monate vorher. Dann bilden wir viele kleine Projektgruppen, sodass nahezu jede teilnehmende Einheit auch einen planerischen Beitrag leistet und am Ende werden viele 1000 ehrenamtliche Stunden zusammengezogen.
Bei einer solchen Großübung müssen sicher vorab Behörden kontaktiert und Genehmigungen eingeholt werden. Wie aufwendig ist das?
Nicht unerheblich. Alle wichtigen Behörden wurden rechtzeitig informiert und in Kenntnis gesetzt. Alle erforderlichen Genehmigungen wurden ebenfalls eingeholt. Zum Beispiel die Sprengstoffgenehmigung für unsere Pyrotechnik. Informationen von Gemeinden, Anfrage von Grundstückseigentümern, Wasserwirtschaftsamt für Gewässernutzung.
Üben Sie bei der „Trust“ auch für den Fall einer Massenpanik in und vor einem Fußballstadion?
Eines unserer großen Ziele ist das Erproben von Einsatzkonzepten für die EM 2020, daher darf ein derartiges Szenario nicht fehlen, wenngleich wir es mit einem tatsächlichen Anschlag erweitern und uns nicht ausschließlich auf die Massenpanik konzentrieren.
Das MHW-Gelände hat seit 2009 sein Übungsgelände hier in Lampferding. Es scheint ideal für Ihre Zwecke.
Das Gelände ist wunderbar und einzigartig in Deutschland, von außen nicht einsehbar und gleichzeitig weit von großen Wohngebieten entfernt, sodass man in Ruhe üben kann.
Herr Schmitt, gehen Sie nach dieser anstrengenden Übung anschließend in den Urlaub?
Nein, leider nicht. Nahtlos geht es weiter in neue Aufgaben und Herausforderungen, die es zu organisieren gilt.
interview: Werner Stache