Bad Aibling – Dieses Schicksal bewegt derzeit Menschen in ganz Bayern und darüber hinaus: Eine Mutter von sechs Kindern aus Bad Aibling ist an Darm- und Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Für notwendige Behandlungen, Zusatzleistungen und den Lebensunterhalt fallen laut der Familie Kosten an, die sie nicht aufbringen kann.
Denn: die 53-jährige Mutter sei immer selbstständig gewesen, daher habe sie „keine gute Krankenversicherung“, wie ihr Sohn Victor Henriquez Morales jetzt in einem rührenden Spendenaufruf auf der Internet-Plattform „GoFundMe“ schreibt – eine Website, über die Menschen in Notsituationen für sich, Freunde oder auch für Personen, die sie nicht persönlich kennen, Spender suchen.
Kampf um das
Leben der Mutter
Auch die Kinder der Krebspatientin haben im Kampf um das Leben ihrer Mutter unter www.gofundme.com/f/unsere-mama solch eine Kampagne gestartet. Mit Worten, die keinen Leser kalt lassen: „Wir möchten, dass uns unsere Mama weiterhin zusehen darf, wie wir im Leben zurechtkommen. Wir Geschwister möchten ihr noch an vielen Tagen sagen dürfen, wie lieb wir sie haben.“
Die Kinder sind zwischen 15 und 31 Jahre alt und schreiben von ihrer Angst, dass ihre Mutter bald nicht mehr bei ihnen ist. Nach mehreren Operationen mache die 53-Jährige seit fünf Monaten eine Chemotherapie, die ihr alles an Kraft abverlange, was ihr noch geblieben ist. „Die Therapie wird noch mindestens drei Monate weitergehen – und unsere Mama ist gerade sehr schwach.“ Die Sorgen und Nöte um die Zukunft ihrer Familie treiben sie laut ihrem Sohn stark um – in einer Phase, in der sie all ihre Kraft für ihren Kampf gegen den Krebs benötigen würde.
„Wir Geschwister wollen nicht nur mit Worten für unsere Mutter kämpfen. Wir haben bereits selbst den größten Teil aus unseren Ersparnissen finanziert und geben weiterhin soviel wir können, um die nötigen Behandlungsmaßnahmen und den Lebensunterhalt zu bezahlen“, sagt Morales.
Auf der Spendenplattform schreibt er: „Es fehlen uns jedoch noch etwa 45000 Euro, um das Leben unserer Mama und die notwendigen Behandlungen zu finanzieren – und da zwei von uns noch zur Schule gehen, können wir die Summe alleine nicht so schnell aufbringen.“ Für Rückfragen, welche Behandlungen das genau sind und was sonst noch alles benötigt wird, war er nicht erreichbar.
Doch die Menschen berührt das Schicksal der Familie so sehr, dass die Geschwister und ihre Mutter zumindest in finanzieller Hinsicht Hoffnung schöpfen: Innerhalb weniger Tage spendeten weit über 440 Leser bereits einen Betrag von rund 21000 Euro.
„Wow! Ihr seid alle wirklich der absolute Hammer! Wir wissen gar nicht, wie wir Euch allen jemals danken sollen. Vielen, vielen Dank“, schreibt der Sohn. Berührt sind er und seine Geschwister auch von den Nachrichten der Spender. „Kopf hoch. Gemeinsam schafft Ihr das.“ „Ihr seid tolle Kinder und Eure Mama ist mit Sicherheit unendlich stolz auf Euch!“ „Ich feiere kein Weihnachten und kaufe keine Geschenke, sondern spende das Geld jedes Jahr für einen guten Zweck“, schreibt eine Bürgerin, die 220 Euro spendet.
„Ich hoffe, ihr kriegt das Geld gut zusammen und besiegt gemeinsam diese blöde Krankheit!“, schreibt ein weiterer Spender. 50 Euro steuert ein Mann bei mit den Worten: „Weil man viel erreichen kann, wenn man zusammenhält“. Mit 100 Euro und den Worten „Weil Du uns am Herzen liegst und für Deine Familie und Freunde weiter lachen und strahlen sollst“ wünscht ein Bekannter „Ganz viel Kraft Dir und deiner Familie“.
Worte, die Mut machen. „Unsere liebe Mama ist gerade leider wieder in der Klinik. Wir sind uns aber sicher, dass Eure lieben Nachrichten und Spenden ihr Kraft und Hoffnung geben“, schreibt der Sohn auf der Spendenplattform.
Selbst für die Betreiber von „GoFundMe“ hebt sich diese Kampagne von vielen anderen ab. Einerseits aufgrund der sehr tragischen Geschichte, die dahinter steckt. Andererseits aber aufgrund der starken Resonanz, wie Sprecherin Ilka Franzmann gegenüber den OVB-Heimatzeitungen sagt.
„Bayern als
Spendenspitzenreiter“
„Die Bayern sind nach unseren Erfahrungen sowieso deutschlandweit die Spendenspitzenreiter und ungeheuer solidarisch. Aber dass eine Kampagne auf eine derart große Resonanz stößt, das ist nicht alltäglich“, betont Franzmann. Sie erklärt auch, dass bei Kampagnen, die auf der Plattform veröffentlicht werden, verifiziert werde, dass es sich um keine „Fakes“ handelt. Und: „,GoFundMe‘ ist der einzige Anbieter der Branche, dessen Spender durch eine Garantie abgesichert sind.“