Gebirgsmusikkorps spielt für die Jugend

von Redaktion

Vor dem Konzert in Bad Aibling berichten Musiker aus ihrem spannenden Alltag

Die jungen Musiker der Schönauer Musi proben schon eifrig für das Konzert am Dienstag.

Bad Aibling – Einen musikalischen Hochgenuss für alle Blasmusikfreunde gibt es am Dienstag, 12. November, um 20 Uhr, im Kurhaus Bad Aibling, wenn das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr aus Garmisch-Partenkirchen unter Leitung von Oberstleutnant Karl Kriner zum Wohltätigkeitskonzert einlädt. Im Vorfeld berichten vier Gebirgsmusiker im Interview über ihre Erfahrungen im Korps.

Wie seid Ihr zum Gebirgsmusikkorps gekommen?

Michael Lang, Posaune: Ich war ich erst zehn Jahre beim Heeresmusikkorps in Ulm tätig. 2016 wurde im Gebirgsmusikkorps eine Stelle frei. Dafür habe ich mich beworben. Natürlich war ich froh, diesen Beruf heimatnäher ausüben zu dürfen.

Mathias Herda, Posaune: Ich hatte 2010 das Glück, in das Gebirgsmusikkorps versetzt zu werden, da es mein Wunsch war, zurück nach Bayern zu kommen.

Angelika Maier, Flügelhorn: Ich bin über einen ehemaligen Trompeter des Gebirgsmusikkorps hierher gekommen, der früher mal mein Lehrer war.

Marina Flügel, Saxofon: Aufgrund der Auflösung des Luftwaffenmusikkorps eins in München habe ich mich 2014 ins Gebirgsmusikkorps versetzen lassen, um in meiner neuen Heimat wohnen zu können.

Warum geht ein Musiker zur Bundeswehr?

Lang: Ich habe schon meine Wehrpflicht im Luftwaffenmusikkorps eins in Neubiberg geleistet. Während meines Musikstudiums in München hat sich der Gedanke verfestigt, wieder zur Bundeswehr zu gehen.

Herda: Das vielfältige Aufgabenspektrum und die Reisen, die der Dienst mit sich bringt, haben mich begeistert. Die Hauptaufgabe unseres Militärorchesters ist die musikalische Umrahmung von Truppenzeremoniellen wie Gelöbnissen und Großen Zapfenstreichen im In- und Ausland. Wir spielen auch auf zahlreichen Wohltätigkeitsveranstaltungen. Nicht zuletzt war für mich die Sicherheit wichtig, die mir die Bundeswehr bietet, um hauptberuflich Musik machen zu können.

Maier: Für mich besteht hier einfach die Möglichkeit, mein Hobby zum Beruf zu machen. Außerdem gefällt mir das exakte, militärisch einheitliche Auftreten.

Flügel: Mein damaliger Instrumentallehrer hat mir die Ausbildung bei der Bundeswehr empfohlen, da es für Saxofonisten eigentlich nur bei der Polizei oder bei der Bundeswehr ein Berufsorchester gibt.

Was ist das Besondere daran, im Gebirgsmusikkorps zu spielen?

Lang: Ich kenne das Gebirgsmusikkorps aus Konzerten von Kindheit auf. Für mich ist es eine Ehre, in diesem Musikkorps zu spielen.

Herda: Wir sind als Gebirgsmusikkorps einzigartig. Mit verschiedenen Besetzungen stellen wir den alpenländischen Charakter dar, wie mit Alphörnern oder Hüttenmusik.

Maier: Wir machen sehr vielseitige Musik.

Flügel: Die Bergmütze schützt, anders als Barett oder Schiffchen, vor Sonne und Regen (lacht).

Was war bisher Eurer Einsatz mit den schönsten Erinnerungen?

Lang: Für mich der Tag der Deutschen Einheit in Washington und die Umrahmung von Oktoberfesten in und um Washington.

Herda: Im Jahr 2011 reisten wir mit dem Gebirgsmusikkorps zwei Wochen nach Norfolk in Virginia in den USA und vier Wochen nach Edinburgh in Schottland, wo ich viele tolle Erfahrungen sammeln durfte.

Maier: Es gibt eine Unmenge schöner Einsätze, um nur einen Bruchteil zu nennen: Basel-Tattoo und Edinburgh-Tattoo, Serenade bei Edmund Stoiber, Hüttenmusik-Einsätze auf der Skihütte-Reiteralm, Pionierausbildung, die Einsätze mit der Egerländer-Besetzung.

Flügel: Im letzten Jahr durften wir den Volkstrauertag in Israel musikalisch umrahmen und hatten so die Gelegenheit, etwas vom Land und der Kultur vor Ort kennenzulernen.

Wem würdet Ihr das Musikkorps als „Arbeitgeber“ empfehlen?

Lang: Wer professionell symphonische Blasmusik spielen möchte.

Herda: Wer sein Hobby zum Beruf machen will und bereit ist, sich nicht örtlich zu binden. Die Vorteile sind ein bezahltes Musikstudium und eine sichere Stelle in einem symphonischen Blasorchester.

Maier: Man lernt hier sehr viel: musikalisch und menschlich.

Flügel: Wer sein Hobby zum Beruf machen, die Menschen mit Musik erfreuen und etwas von der Welt sehen will, der ist bei uns genau richtig.

Interview: Adelheid Bonnetsmüller

Vor den Großen spielen die Kleinen: Bairer Jugendblaskapelle und Schönauer Musi zeigen ihr Können

Bevor die Profis des Gebirgsmusikkorps am Dienstag die Bühne erklimmen, ist der Nachwuchs an der Reihe. Bereits ab 19.15 Uhr zeigen die Bairer Jugendblaskapelle und die Jungen Schönauer ihr Können. Der Erlös des Benefizkonzertes kommt der Jugendarbeit der Schönauer Musi und der Trachtenvereine Schönau und Bad Aibling zugute. Karten zu 13 Euro können an der Abendkasse oder im Vorverkauf erworben werden. Vorverkaufsstellen sind bei Da Rädl Feldkirchen-Westerham, Trachten Jäger in Rosenheim, Knopfloch Bad Aibling oder Sven Jungermann unter Telefon 08065/906777 oder 0175/6252017.

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