Kellerberg: Neue Hoffnung auf Markt

von Redaktion

Kommt nun doch endlich ein Verbrauchermarkt in den Osten der Stadt? Flächen dafür sind jetzt jedenfalls vorgesehen, wie aus einer Konzeptstudie für den hinteren Bereich des Kellerberg-Areals hervorgeht. Und alle hoffen: Vielleicht klappt es dieses Mal.

Bad Aibling – Harren und Hoffen, dass sich am Kellerberg endlich etwas rührt – darin ist die Stadt geübt. „Wir arbeiten ja schon viele Jahre daran, dass sich an diesem weniger schönen Fleck von Bad Aibling etwas tut“, meinte Zweiter Bürgermeister Erwin Kühnel eingangs der jüngsten Bauausschusssitzung. Doch nun gibt es, wie Erster Bürgermeister Felix Schwaller dem Gremium kundtat, vielleicht endlich Grund zum Optimismus.

Vertreterinnen der Firma Auer Bau (die den vorderen Bereich über der Tiefgarage bebauen will) und des Unternehmens Dolphin Trust (in Besitz des Bereichs mit den denkmalgeschützten Bauwerken und des dahinterliegenden Grundstücks) hätten sich zusammengesetzt und sich auch schon abgestimmt, wie die Bebauung zwischen Kellerberg und Tiefgarage vonstattengehen könnte.

„Ich habe nicht mehr daran geglaubt, dass das schnell was wird und war sehr skeptisch. Ich habe alle Beteiligten gefragt, ob es ihnen wirklich ernst ist. Nicht, dass noch mehr Zeit und Geld vergeudet wird. Aber es gibt eine ernsthafte Planung, die Damen arbeiten eng zusammen und haben im Vorfeld schon vieles geregelt – und das ohne Rechtsanwalt. Ich bin dieses Mal ausnahmsweise sehr zuversichtlich“, erklärte Schwaller.

Während die Pläne für die Bebauung der Kellerberg-Tiefgarage mit einem Wohn- und Geschäftshaus seit Jahren hinlänglich bekannt sind, rührt sich nun auch im oberen Bereich des Areals etwas. Wie Diplom-Ingenieur Ludwig Labonte (Architekturbüro Labonte Rosenheim) in einer Konzeptstudie erläuterte, sollen die denkmalgeschützten Gebäude (Malzhaus, Sudhaus und Dependance) in enger Abstimmung saniert werden. Zwischen Sudhaus und Dependance ist ein neuer Baukörper vorgesehen. Geplant sind in diesem Komplex dort Wohn- und Büronutzungen.

Im hinteren Bereich des Areals, Richtung Krankenhausstraße, sieht die Studie ein großes Gebäude für Einzelhandel und Gewerbe vor. Der Wunsch, dass sich dort ein Verbrauchermarkt ansiedelt, ist laut Schwaller gar nicht mehr utopisch: Die Vertreterinnen der Dolphin Trust hätten eigenen Angaben nach bereits einen Interessenten dafür, der sich auch mit der eher ungewöhnlichen Parkplatzlösung anfreunden könne.

Denn laut Labonte wären – mit Zufahrt von der Krankenhausstraße – oberirdisch nur 17 Stellplätze angedacht, der Rest würde samt und sonders in einer großen, L-förmigen Tiefgarage untergebracht. Hierfür habe man eine Rampenlösung erarbeitet. Für die Verbrauchermarktkunden wären rund 100 Stellplätze in der ersten Ebene der Tiefgarage gedacht. Es seien Rolltreppen vorgesehen, die mit Einkaufswagen nutzbar seien.

Die darunterliegende zweite Ebene stünde für Stellplätze für die gesamte andere Nutzung zur Verfügung. Diese Ebene führe bis zum vorderen Teil mit der Wohnnutzung, denn die beiden dortigen unterirdischen Gewölbe seien seit Langem marode und nicht zu halten. Der Durchgang im vorderen Teil bleibe für Fußgänger offen, betonte der Planer.

„Aus meiner Sicht ist das die beste Planung, die wir bislang vorliegen hatten“, meinte Bürgermeister Schwaller. Als „grundsätzlich sehr schön“ bezeichnete Florian Weber (BP) die Entwürfe und freute sich, dass nun wieder ein Verbrauchermarkt in diesem Teil der Stadt angedacht sei.

Er fürchtete jedoch, dass sich die beiden neuen Gebäude mit Flachdächern mit den historischen Baukörpern „extrem beißen“ und bat darum, nach einer Lösung zu suchen, die zum Umfeld passt. „Da kann ich beruhigen: Das Denkmalamt wird hier ein kräftiges Wort mitreden. So wie es auch beim Fassadenwettbewerb für die Tiefgarage der Fall war.“ „Das ist ja gerade das, was ich befürchte“, konterte Weber.

„Wir können froh sein, dass hier endlich gebaut werden soll und der Schandfleck wegkommt“, meinte SPD-Rat Rudi Hofschneider, betonte aber, dass auf die Anlieferzeiten für den Verbrauchermarkt geachtet werden müsse: „Wenn das zu den Stoßzeiten erfolgt und die Lkw rückwärts aufs Gelände fahren müssen, kann das schon recht schwierig werden.“ Bedauerlich sei, dass man um den Abriss der Gewölbe nicht herumkommen werde. Der mittlere Teil sei, wie Schwaller erinnerte, damals beim Bau der Tiefgarage zerstört worden.

Richard Lechner (SPD) war etwas skeptischer, was die Realisierung angeht, da die Dolphin Trust „nicht gerade dafür bekannt ist, Pläne ruckzuck umzusetzen“. Die Konzeptstudie erscheine ansonsten sinnvoll und akzeptabel. Er frage sich aber, inwieweit sich die Optik der alten und neuen Gebäude ins Gehege kämen.

„Da es sich um eine Konzeptstudie handelt, kann ich in der Sache mitgehen, denn wir brauchen an dieser Stelle dringend einen Einkaufsmarkt“, meinte Dieter Bräunlich (ÜWG). Er und Thomas Höllmüller (CSU) bedauerten, dass mindestens zwei alte Bäume im Bereich der Krankenhausstraße gefällt werden müssen. „Aber anders bringen wir den Markt nicht unter“, meinte Labonte.

Letztlich stimmte der Bauausschuss der Studie einstimmig zu.

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