Bad Aibling – Auf gar keinen Fall soll statt der Druckknopfampel an der Ebersberger Straße in Mietraching ein Zebrastreifen angebracht werden. Ein entsprechendes von der Bauverwaltung vorgetragenen Ansinnen lehnte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Gesamtverkehrsplanung und Umwelt in seiner jüngsten Sitzung rigoros ab.
Mit dem heftigen Widerstand hatte Thomas Gems vom städtischen Tiefbauamt nicht gerechnet, als er für diese Maßnahme warb. „Es ist unerklärlich, aber an dieser Stelle häufen sich in den vergangenen Jahren die Schäden, die durch abbiegende Fahrzeuge verursacht werden. Da kommen pro Jahr mehrere 1000 Euro zusammen.“ Gems berichtete vom jüngsten Vorfall mit einer Schadenshöhe von 13000 Euro, verursacht von einer Spedition aus dem Ausland. Die Schadensregulierung sei schwierig. „Wahrscheinlich bleiben wir auf den Kosten sitzen.“
Da die Voraussetzungen (Mindestanzahl an querenden Personen laut den geltenden Richtlinien zur Errichtung einer Fußgängerampel) nicht vorhanden seien, schlug Gems vor, auch aus wirtschaftlichen Gründen zu überprüfen, ob die Errichtung eines Zebrastreifens nicht sinnvoller wäre. Gems hatte kaum ausgesprochen, als Zweiter Bürgermeister Erwin Kühnel vehement protestierte. „Die Ampel steht seit 20 Jahren, das wurde damals alles mit Bauamt und den Bürgern besprochen. Seit 20 Jahren dient sie der Sicherheit der Mietrachinger, viele Kinder und Ältere mit Rollatoren überqueren hier die Straße. Ich will nicht sagen, dass sie nur über meine Leiche wegkommt, aber wir brauchen sie dort. Ein Zebrastreifen bringt nicht die gleiche Sicherheit.“
Wilhelm Bothar (parteilos) forderte, die Ampel mit Maßnahmen zu schützen, durch die eher die aneckenden Autos als die Ampel kaputtgehen. Dieter Bräunlich (ÜWG) betonte, die Verkehrslage lasse einen Abbau nicht zu. „Lassen wir es so, wie es jetzt ist, und schauen in zwei bis drei Jahren weiter, wenn die Straße renoviert wird.“ Kühnel freute sich über das letztlich einhellige Votum pro Ampel und kündigte an: „Das 25-Jährige feiern wir gemeinsam. Ich lad‘ Euch heute schon ein.“