Leserbrief zum Bericht: „Tolle Premiere – Fortsetzung erwünscht“ im Lokalteil:
Der Spruch von Karl Valentin „Ich bin froh, wenn die staade Zeit vorbei ist, dann wird’s vielleicht wieder ruhiger“ besitzt schon lange keine Gültigkeit mehr. Jede vermeintliche Lücke im Jahreslauf muss eventmäßig abgedeckt und ausgeplant werden.
Herbstzauber, Vorsilvester, Nacht der 1000 Lichter, rosige Zeiten in Rosenheim und und und… Nikoläuse und Spekulatius ab August/September, das, was früher Ostereier hieß, gibt es ganzjährig als Brotzeiteier, möglichst immer alles verfügbar.
Natürlich soll der Advent nicht vorgezogen werden und natürlich dient das Ganze nicht der Umsatzsteigerung, bietet sich halt an, dass die Geschäfte „mit“-machen. „Honi soit qui mal y pense“ („Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“). Inzwischen macht der Begriff „Lichtverschmutzung“ Karriere. Gegen die in der Advents- und Weihnachtszeit ausufernden Beleuchtungsorgien hilft kein Volksbegehren für Bienen, Freitagvormittag „Fridays for Future“ und abends zur Nacht der 1000 Lichter.
Hans Winhart
Ostermünchen