Versorgungslücken möglichst vorbeugen

von Redaktion

Sozialreferent im Stadtrat: Mit Angeboten für Senioren und Behinderte gut aufgestellt

Bad Aibling – Rund 6000 Senioren leben in Bad Aibling. Circa 3100 sind über 70 Jahre. Für sie gibt es zwar, wie Sozialreferent Dieter Bräunlich jüngst im Stadtrat berichtete, zwar zahlreiche Angebote der ehrenamtlichen Organisationen, Kirchengemeinden und professionellen Einrichtungen. Mit einem Blick in die Zukunft konstatierte der Sozialreferent jedoch: „Die Zahl der Senioren wird weiter zunehmen.“ Derzeit seien die vorhandenen Angebote „gerade noch als ausreichend“ zu bezeichnen.

Freie Plätze werden
immer seltener

Sollte Bad Aibling aber weiter einem starken Zuzugsdruck ausgeliefert sein, könne sich diese Situation ändern. In letzter Zeit würden freie Plätze in den stationären Einrichtungen und Versorgungsmöglichkeiten über ambulante Dienste zunehmend seltener. Zudem spiele der beinahe überall auftretende Fachkräftemangel auch in diesem Bereich eine immer größere Rolle. „Was bleibt, ist, wachsam zu sein, um auf Versorgungslücken mit den entsprechenden Stellen schnell und fachlich adäquat reagieren zu können“, unterstrich er.

Was seine Tätigkeit als Senioren- und Behindertenbeauftragter der Stadt Bad Aibling angeht, ist Bräunlich ein gefragter Mann. Die Beratungsstunden, die er in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt im Heimathaus anbietet, werden ausgesprochen gut angenommen. Wie er dem Gremium berichtete, liege der Schwerpunkt meist bei der sogenannten Einzelfallhilfe. Auch die telefonischen und über das Sozialamt vermittelten Anfragen hätten deutlich zugenommen. Zusammen mit den Beratungen bei der AWO ergaben sich für den Senioren- und Behindertenbeauftragten allein im Jahr 2018 insgesamt 167 Beratungstermine.

Dabei standen die Themen Pflegegeld, Schwerbehindertenstatus und Verfügungen (Vorsorgevollmacht, Patienten- und Betreuungsverfügung) im Vordergrund. Weitere Themen betrafen Fragen zur finanziellen Situation wie Grundsicherung, Angebote für Sozialhilfe, Wohngeld und Krankheit, so der ÜWG-Rat. Jährlich drei- bis viermal fänden im Landratsamt Rosenheim Treffen für Senioren- und Behindertenbeauftragte sowie Fortbildungen zu aktuellen Themen statt, so der Referent, der sich bei seinem Überblick auf die Altersstufe „60 plus“ und deren Situation konzentrierte.

Zu einer wichtigen Anlaufstelle gerade für finanzschwächere Personen sei zudem die Aiblinger Tafel geworden. „Nicht vergessen will ich auch die soziale Versorgung und Beratung durch das Sozialamt der Stadt Bad Aibling, wo kompetente Mitarbeiter unsere älteren Mitbürger über Grundsicherung, Sozialhilfe, Wohngeld und Sonderzuwendungen beraten“, ergänzte der Referent.

Auch die Versorgung pflegebedürftiger oder in ihrer Mobilität eingeschränkter Bürger durch ambulante Pflegedienste sei gewährleistet. Durch deren Einsatz vor Ort könne oft ein längerer Verbleib in der eigenen Wohnung sichergestellt werden – etwas, was sich fast alle älteren Menschen solange wie möglich wünschen. „Ist dies nicht mehr möglich, so bieten im Stadtbereich vier Wohn- und Pflegeheime mit insgesamt 532 Plätzen ihre Unterstützung an“, führte Bräunlich aus.

Bei der medizinischen Versorgung sei die Situation für die älteren Aiblinger im Vergleich zu anderen Gemeinden als „sehr gut“ zu bezeichnen, so Bräunlich. In kaum einer Stadt mit ähnlich großer Einwohnerzahl gebe es drei Krankenhäuser sowie drei Rehakliniken. Zudem würden die Haus- und Facharztpraxen schnelle und fachlich qualifizierte Versorgung gewährleisten.

Von vielfältigem
Angebot profitieren

„Bad Aibling ist eine Gesundheitsstadt, gerade die älteren Bürger profitieren von den vielfältigen medizinischen Angeboten“, stellte der Sozialreferent fest. Auch das Seniorentaxi erfreue sich großer Beliebtheit. Beim Thema „Barrierefreiheit“ seien deutliche Verbesserungen im Stadtgebiet erreicht worden. „Es muss weiter auf die konsequente Umsetzung im öffentlichen Raum geachtet werden“, so Bräunlich. Was er bedauert, ist, dass die Demenzgruppen-Angebote für Familienangehörige wenig genutzt würden.

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