Auch die Richtung und den Kurs des Lebens hinterfragen

von Redaktion

Thema Buße im Fokus bei ökumenischem Gespräch mit Markus Blume aus München

Bad Aibling – Zu einem ökumenischen Gottesdienst hatten die evangelische Gemeinde und die katholische Stadtkirche in die Christuskirche eingeladen. Der katholische Pfarrer Georg Neumaier leitete den Gottesdienst mit einem im Wechsel gesprochenen Psalm und einem Gebet ein. Prominenter Besucher war Markus Blume, Generalsekretär der CSU und aktiv im Kirchenvorstand seiner Münchner Heimatgemeinde sowie in der Synode der evangelischen Kirche in Bayern.

Verantwortung

selbst übernehmen

In seiner Predigt ging Pfarrer Markus Merz auf das Motto des Gottesdienstes ein: „Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle umkommen“, ein Wort Jesu aus dem Lukasevangelium. Das sei eine verstörende Ankündigung und das Wort Buße klinge nach Strafe, erläuterte der Geistliche. Jesus gehe es aber nicht um Schuldzuweisung und Strafe, sondern um Umkehr. Das bedeute für jeden Einzelnen, bei sich anzufangen, Verantwortung zu übernehmen und nicht auf andere zu zeigen.

Beim Nachgespräch im Gemeindehaus, das Pfarrer Merz moderierte, ging es um die Frage, was unter Buße im privaten Leben und im gesellschaftlichen Handeln zu verstehen sei.

Markus Blume stellte sich den vielfältigen Fragen der Besucher. Er betonte die Bedeutung des Buß- und Bettags als einen Tag des Innehaltens und des Nachdenkens: „Stimmen die Richtung und der Kurs?“ Dies sei gerade in einer Zeit, in der dank technischer Möglichkeiten unliebsam Erscheinendes „weggeklickt“ werden könne, unerlässlich.

„Braucht es erst den Blick in den Abgrund, damit wir uns ändern?“, fragte Pfarrer Merz in Anspielung auf den Begriff Buße. Wenn alles gut laufe, so die Antwort Blumes, übersehe man leicht, was um einen herum geschehe. Insofern begrüße er, dass sich beispielsweise junge Leute für eine Umkehr in der Klimapolitik engagierten.

In sozialen Netzwerken mache sich zunehmend eine negative Atmosphäre breit. Es gelte, dem Orte der offenen und ehrlichen Begegnung und Diskussion entgegenzusetzen. Demokratie sei kein fester Zustand, sondern müsse immer neu belebt werden, bekräftigte Markus Blume. Sie vertrage keine Etiketten, sondern müsse unterschiedliche Meinungen und Standpunkte ermöglichen.

Im Zusammenhang mit Buße und Umkehr gehe es um die Lebensgestaltung jedes Einzelnen, die Verbindung von Freiheit und Verantwortung. Eins sei vom anderen nicht zu trennen, so Blume. sl

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