Ein starkes Stück Heimatgeschichte

von Redaktion

Blick in den 22. Band „Der Mangfallgau“: Personen, Bauten und Ereignisse

Bad Aibling – Eine große Portion Heimatgeschichte beinhaltet er, der 22. Band der in Buchform verfassten heimatkundlichen Zeitschrift „Der Mangfallgau“. Nicht weniger als sieben Aufsätze versammelt die Publikation des Historischen Vereins von Bad Aibling und Umgebung, die allesamt von Personen und Ereignissen aus den letzten hundert Jahren der regionalen Heimat handeln (wir berichteten).

Von Meggendorf
bis Cortolezis

Mit zwei der Autoren, Kreisheimatpfleger Mike Stratbücker und Manfred Schaulies, Leiter des Archivs im Heimatmuseum, werfen wir einen Blick in das Werk. Es beginnt mit dem Einfluss der Kaufmannsfamilie Meggendorfer auf die Entwicklung des Kurorts Bad Aibling und endet mit der Geschichte der Buchhandlung Cortolezis, die lange Zeit für die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal besaß.

Schaulies blickt in diesem Band des Mangfallgaus auf die Familie Meggendorfer, die die Kurstadt mit ihren Jugendstil-Villen, zu finden in der Meggendorferstraße, geprägt hat. Der Baustil der Häuser, die Ende des 19. Jahrhunderts/Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, orientiert sich an den sogenannten Frankfurter Villen. Erinnert wird im „Mangfallgau“ aber auch an den Bau der „Reichsautobahn“ München-Salzburg im Bereich zwischen Bad Aibling und Bad Feilnbach – damals, 1936, eine der ersten Strecken auf dem Abschnitt. Zu diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten fanden dort auch viele Männer aus den umliegenden Orten eine Möglichkeit zur Arbeit.

Einen weiteren Verkehrsweg zwischen den beiden Kurorten Bad Aibling und Bad Feilnbach erschloss früher die Lokalbahn. Auch um sie dreht sich ein Beitrag im Mangfallgau. Sie beförderte in erster Linie Personen und Güter, hauptsächlich Lebensmittel. Aber auch – und das war seinerzeit sehr selten auf Nebenstrecken – Post. Da sich die Zahl der transportierten Briefe in Grenzen hielt, ist dieser Aspekt auch für Briefmarkensammler sehr interessant.

Auch dem bedeutenden Aiblinger Baumeister Johann Meishammer ist ein eigener Beitrag im Mangfallgau gewidmet. Die Luitpoldschule und das frühere Bezirksamt – heute Stadtverwaltung Am Klafferer 4 – sowie einige Wohnhäuser im Stadtgebiet sind Zeugen seiner großen Kunst.

Zudem wird Theodor Wiedemann, dem die örtliche Geschichtsschreibung viele grundlegende Arbeiten über Kirchdorf am Haunpold, Högling, Maxlrain und mehr verdankt, mit einer Kurzbiografie gewürdigt. „Daneben gibt es eine spannende Geschichte aus der Industrialisierung des Mangfalltales mit der Vorreiterrolle einer chemischen Fabrik auf dem Heufeld“, schließt Kreisheimatpfleger Stratbücker den inhaltlichen Bogen der heimatgeschichtlichen Aufsätze. Der 22. Band des Mangfallgaus ist zum Preis von 15 Euro bei den Aiblinger Buchhändlern und in der Landmetzgerei Kaltner in Heufeld erhältlich, kann jedoch auch zu den Öffnungszeiten des Heimatarchivs am Wilhelm-Leibl-Platz jeweils am Montag und Dienstag, 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr direkt dort erworben werden.

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