Kein Abschluss ohne Anschluss

von Redaktion

Patenprojekt Jugend in Arbeit informiert sich an Fritz-Schäffer-Schule über Inklusion

Ostermünchen – Das Patenprojekt „Jugend in Arbeit“ des Landkreises Rosenheim unterstützt Jugendliche beim Lernen und auch bei der Stellensuche. Eine Reihe von Paten informierte sich nun rund um die Themen Praxisklasse und Inklusion an der Fritz-Schäffer-Mittelschule in Ostermünchen.

Kleine Mittelschule mit gutem Angebot

Man sei eine kleine Mittelschule auf dem Lande, stetig gewachsen, und unterhalte derzeit fünf Regel- und eine Praxisklasse, bekundete Konrektorin Birgit Decker. Über die Regelschulzeit hinaus gibt es in Ostermünchen eine offene Ganztagsschule sowie Jugendsozialarbeit und ansässige Schulpsychologen.

Markus Birk, Leiter der Praxisklasse, stellte den Paten den Sinn der Praxisklasse vor. Meist fänden sich hier Schüler mit geringen Aussichten auf einen erfolgreichen Erwerb des regulären Mittelschulabschlusses wieder, so der Klassenlehrer.

Das Einzugsgebiet reiche dabei von Großkarolinenfeld und Bad Aibling bis Feldkirchen und in den Landkreis Ebersberg hinein. Das Konzept sehe eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Sozialarbeit, Institutionen und Firmen vor. Geprägt sei die Praxisklasse von einer Verminderung der Stofffülle im Unterricht und einer Anpassung an den Leistungsstand der Schüler.

Darüber hinaus gebe es sieben Wochen Praktika im gesamten Schuljahr, was als sehr positiv empfunden werde. Wie Birk herausstellte, wird das Projekt durch die Gemeinde Tuntenhausen und den Europäischen Sozialfonds ESF finanziert. Für den sozialpädagogischen Teil ist Katharina Lütke von der Diakonie Rosenheim zuständig.

Auf die Stundenzahl angesprochen meinte Birk, man konzentriere sich auf die „Basics“, um Lernrückstände abzubauen. Die sozialpädagogische Begleitung besteht laut Lütke aus erlebnispädagogischen Angeboten, Gruppenarbeiten, Projekten und Einzelbetreuung. „Am Ende soll eine Ausbildungsstelle stehen“, betonte Decker das Ziel des Besuches einer Praxisklasse. Daneben bestünden aber noch zahlreiche Vermittlungsmöglichkeiten: Förderberufsschule, berufsvorbereitende Maßnahmen, Einrichtungen der Jugendhilfe und andere fördernde Einrichtungen.

Mit dem Besuch der Praxisklasse könne man neue Perspektiven für die Jugendlichen entwickeln, meinte Rektorin Margaret Careddu- Bayr. „Dadurch entstehen für die Schüler völlig neue Chancen im Berufsleben.“

Das treffe letztlich auch auf die Inklusion zu, denn Inklusion müsse man als Chance betrachten und getreu dem Satz von Richard von Weizsäcker „Jeder sollte seine Chance bekommen“ packe man dies in Ostermünchen an.

Seit Kurzem hat man an der Fritz-Schäffer-Schule als einzige Mittelschule neben Wasserburg ein Inklusionsprofil.

Dabei arbeitet man eng mit dem Sonderpädagogischen Förderzentrum Bad Aibling zusammen. Julia Holzer ist dessen verlängerter Arm in Ostermünchen. Sie präsentierte das Profil „Inklusion“, das 23 Förderstunden beinhaltet – mit Unterstützung in der Klasse, Förderung in kleinen Gruppen sowie einer Einzelförderung und projektbezogenen Förderungen. Das Ziel ist klar formuliert, wie Birgit Decker ausführte: „Kein Abschluss ohne Anschluss.“

„Lok muss letztlich alleine fahren“

Anschließend entwickelte sich noch ein reger Informationsaustausch, der von der Lehrstellensuche bis zum Lernstoff reichte. Rektorin Careddu-Bayr fasste es plakativ zusammen: „Wir müssen die Lokomotive auf das Gleis setzen, dann muss die Lok aber alleine fahren.“

Regina Haidn, Leiterin des Patenprojektes, bedankte sich bei den Ostermünchnern für die Einladung und überreichte ihnen ein kleines Geschenkpräsent. „Das war ein interessanter Einblick, den wir hier mitnehmen konnten“, betonte Regina Haidn.

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