Sicherheitswacht seit gestern am Start

von Redaktion

Polizei und ehrenamtliche Helfer informieren bei Weihnachtsmarkteröffnung

Bad Aibling – Pünktlich und wie geplant zum Start der Weihnachtsmärkte nahmen am gestrigen Freitag die acht Mitglieder der Sicherheitswacht Mangfalltal ihren Dienst auf. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Aiblinger Polizeichef Bernd Heller und weiteren Polizeibeamten standen sie am Infobus am Marienplatz zunächst auch für Fragen rund um die Sicherheitswacht und Themen wie Einbruchdiebstähle zur Verfügung.

Doch unternahmen sie am Abend auch schon erste Streifgänge, bei denen sie von den Beamten der Polizei eingewiesen wurden.

„Bis Heiligabend werden die Mitglieder der Sicherheitswacht auf den Christkindlmärkten im Mangfalltal unterwegs sein. Danach setzen wir uns alle zusammen und dann werden wir die Einsatzbereiche nach und nach ausweiten“, erklärt Heller gegenüber unserer Zeitung.

Großes Interesse
seitens der Bürger

Zur Einrichtung des Sicherheitswachtverbunds Mangfalltal haben sich, wie berichtet, die Städte Bad Aibling und Kolbermoor, die Marktgemeinde Bruckmühl und die Gemeinde Feldkirchen-Westerham zusammengeschlossen. Das Interesse aus der Bürgerschaft, daran mitzuwirken, war groß: Rund 20 Personen kamen zum ersten Infoabend Anfang Oktober, zwölf haben sich am Ende aktiv beworben und acht wurden genommen.

Die sieben Männer und eine Frau haben mittlerweile ihr Schulungsprogramm absolviert. Dieses beinhaltete neben theoretischen Informationen (Aufgaben der Sicherheitswacht, Befugnisse et cetera) auch Übungsbeispiele, anhand derer die Teilnehmer prüfen konnten, wie sie in bestimmten Situationen richtig agieren und reagieren. Zudem lernten sie, die Funkgeräte, mit denen sie bei den Einsätzen mit der Polizei in Verbindung stehen, zu bedienen. Die abschließende Prüfung haben alle bestanden.

Jetzt geht es also an die Praxis. Gut gewappnet fühlen sie sich, bestätigten die Sicherheitswachtler gestern Abend. „Die Schulung durch die Polizei war top. Vieles wird jetzt dann auch ,learning by doing‘ sein.“ Ein Mann der ersten Stunde ist Alfred Komac (65). „Vorher wusste man ja nicht genau, was alles kommt. Die Schulung und der Aufgabenbereich sind doch umfangreicher als gedacht. Aber es ist eine interessante Aufgabe und man kann sich sinnvoll in die Gesellschaft einbringen.“

Das sieht auch Brigitte Hoche (48) so. Sie ist beruflich schon im Sicherheitsbereich tätig und möchte auch in ihrer Freizeit noch etwas dazu beitragen. Aus den Schulungen haben sie und ihre männlichen „Kollegen“ viel mitgenommen, gerade auch was die praxisbezogenen Beispiele angeht.

„Wir haben sozusagen Livesituationen vortrainiert. Da steigt dann schon der Adrenalinpegel, auch wenn es bloß ein Spielzeugmesser ist, das das Gegenüber zieht“, sagt Roland Borrmann (44). Dabei wurde der Gruppe auch deutlich: „Niemals zu nah bei jemandem stehen, auch wenn wir ja immer zu zweit sind.“

In Selbstverteidigung geschult ist in der Gruppe niemand. „Aber wir haben schon darüber gesprochen, ob es vielleicht auch eine Möglichkeit für die Sicherheitswachtmitglieder gibt, das mitzutrainieren“, meint Martin Wulff (58).

Theoretisch ist die Gruppe ebenfalls gut aufgestellt – auch was die einzelnen Orts- beziehungsweise Ordnungssatzungen und Vorschriften in den Kommunen angeht. „Bei den einen werden die Dinge lockerer gehandhabt, bei den anderen dagegen richtig streng“, wissen Roland Borrmann und Peter Blohm (52). Beispielsweise, was die Leinenpflicht für Hunde angeht. Das Thema Vierbeiner war ebenfalls Thema in den Schulungen. „Wir haben dort auch mit einem Polizeihund trainiert.“

Mit ihren Sicherheitswacht-Uniformen fielen die Männer und Brigitte Hoche gestern auf dem Weihnachtsmarkt auf. Sie verteilten Informationsmaterial und es entwickelten sich viele Gespräche mit Bürgern – einerseits über die Sicherheitswacht, andererseits aber auch auf Themen wie Prävention vor Einbruchdiebstählen, gerade jetzt in der dunkleren Jahreszeit.

Die Motivation bei allen ist groß. Unsisono betonen sie: „Wir agieren als normale Bürger, die wir alle auch sind – vom Studenten über den Staplerfahrer bis zum Designer. Der Unterschied ist, dass wir Uniformen tragen, für bestimmte Situationen sensibilisiert und geschult wurden und per Funkgerät auf direktem Weg mit der Polizei verbunden sind.“

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