Bad Aibling – Mit ihrem traditionellen Jahreskonzert erfreute die Willinger Musi unter der Leitung von Andreas Mayer eine große Anzahl Zuhörer im restlos ausverkauften großen Kurhaussaal. Sogar auf der Galerie hatten die Gäste Platz genommen, als zunächst die Jugendgruppe unter der Leitung von Daniela Faltlhauser ihr Können zu Gehör brachte.
Nachwuchsmusiker
überzeugten
Die 13 Nachwuchsmusiker zeigten mit den Stücken „Transformers“ und „I love Polka“ von Alexander Pfluger sowie dem Titel „Song“ von Idar Toskangerpoll, dass die „Willinger“ eine erfolgreiche Jugendarbeit betreiben. Hochkonzentriert spielten die jungen Musikanten und brachten die Stücke trotzdem locker und beschwingt vor. Kräftiger Applaus des Publikums forderte folglich auch eine Zugabe, die gerne gewährt wurde.
Einen „Vorschuss-Applaus“ bekam auch Andreas Mayer, der als Dirigent des Jahreskonzerts in Aktion trat und nach monatelanger Probenarbeit bereits erste Erleichterung zeigte, als er den Taktstock zum ersten Stück des Abends hob, der „Wittelsbacher Festfanfare“ von Georg von Fürst. Schon dieses zeigte, dass sich die Probenarbeit gelohnt hatte. Die mächtigen Fanfaren-Klänge kamen durch das fast getragen wirkende restliche Orchester besonders zur Geltung.
Die Ouvertüre zum Musical „Elisabeth“ von Michael Kunze/Sylvester Levay im Arrangement von Johan de Meij zeigte dann ebenso mächtige wie bedächtige Sequenzen und bei „Feuerfest“, Francaise Polka von Josef Strauß hatten die Zuhörer nicht nur die Tänzerinnen und Tänzer am Hof der französischen Könige vor Augen, sie erlebten mit dem Hammer als Schlagzeug auch eine Besonderheit dieses Stückes.
In heimische Gefilde ging es mit „Am Ufer der Mangfall“ von Michael Obermüller. Hier war es für die Zuhörer interessant, den Flusslauf musikalisch zu verfolgen, angefangen von der kleinen Quelle, dargestellt mit leisen Flöten- und Klarinettentönen über den schnellen und kraftvollen Mittellauf, dargestellt durch die entsprechenden Blasinstrumente und mit dem Schlagzeug untermalt, bis sich die Mangfall in der breiten Mündung in den Inn ergoss, was mit der kompletten Besetzung der Kapelle deutlich wurde.
Dass die „Willinger“ auch über gute Solisten verfügen, zeigten Lorenz Herzog (Tenorhorn) und Andreas Stadler (Bariton) bei „Bariton in der Nacht“ von Zdenek Gursky sowie später Josef Ranner (Trompete) Andreas Pfatrisch und Johann Gröbmeier (beide Flügelhorn) bei Leroy Andersons „Buglers Holiday“. Bei diesen Stücken entführte die Willinger Musi ihre Zuhörer ebenso ins „Ausland“ wie mit „The Hunchback of Notre Dame“ (Alan Menken) und „Omens of Love“ (Toshio Mashima), während sie mit „So schön ist Blasmusik“ von Erich Brecht in der Bearbeitung von Martin Scharnagl und dem „Marsch der Reservisten“ von Sebastian Middel sozusagen „Im Lande“ blieb.
Einen Ausflug nach Südtirol gab es zwischendurch noch mit „Zum Sternbauer“ von Wolfgang Probst. Mit dem Marsch „Der Sonne entgegen“ von Anton Ulbrich war das offizielle Programm beendet, auf die vom Publikum geforderten „Zugaben“ waren „Musimoasta“ Andreas Mayer und seine Musikanten bestens vorbereitet und hatten dabei noch eine Überraschung parat: Während der Laridah-Marsch (Militärmarsch von Max Hempel) und Adolf Scherzers Bayerischer Defiliermarsch zum bekannten Repertoire einer Blasmusik gehören, betrat „Kein schöner Land“ die Chorgemeinschaft Willing/Berbling auf die Bühne.
Das Zusammenspiel zwischen Chor und Orchester klappte bestens, Gesang und Instrumente kamen wie gewünscht „gleichberechtigt“ bei den Zuhörern, darunter auch die Ehrendirigenten Benno Stigloher und „Xare“ Widhammer, an. (Bericht folgt).