Morsche Balken, bröckelnder Putz

von Redaktion

Westerhamer Filialkirche St. Peter und Paul: Sanierung startet im Frühjahr

Feldkirchen-Westerham – Neben den Holzbänken sieht man es genau: Der Putz im Innenraum der Westerhamer Filialkirche St. Peter und Paul bröckelt – auch außen hat das Kleinod schon bessere Zeiten gehabt: Der Putz bröckelt – Risse zeigen sich beispielsweise an der Schattenseite der Kirche am Turm. Jetzt soll sie wieder hergerichtet werden: Der erste Bauabschnitt soll im Frühjahr starten.

Zunächst wird der Turm eingerüstet: Auf der Agenda stehen die Turminnensanierung, das Gebälk des Glockenturms sowie das Chorgebälk. Die Holzbalken, die teilweise mehrere 100 Jahre alt sind, sind morsch und deshalb müssen sie statistisch ertüchtigt werden. Das heißt: „Das morsche Holz wird zurückgeschnitten und das alte, was wir erhalten, wird ergänzt“, erklärt Planer Franz Bartl.

Glockengeläut
wird eingestellt

Während dieser Maßnahme kann man laut Bartl weiterhin in den Innenraum der Kirche – aber hören wird man die Glocken nicht mehr. Denn der Strom im Kirchturm muss während der Sanierung abgestellt werden. Das habe zur Folge, dass die Turmuhr nicht mehr tickt und die Glocke nicht mehr läutet, erklärt Planer Bartl. Allerdings nur über den Zeitraum der Maßnahme hinweg – und dieser erste Abschnitt im Turm des Westerhamer Kleinods soll im Sommer 2020 abgeschlossen sein. Anschließend soll die Sanierung allerdings weitergehen: So soll der bröckelnde Putz im Innenraum beseitigt werden. Wann diese Maßnahme startet, ist laut Kirchenpfleger Martin Atzinger noch unklar. Der Grund: „Die Finanzierung steht noch nicht, deshalb muss auch noch abgewartet werden, wann die äußeren Grundmauern trockengelegt werden können.

Die Kosten der kompletten Maßnahme belaufen sich grob auf 350000 Euro. „Einen Teil zahlt die Pfarrei, ein Teil die Behörden und obendrein muss es durch Spenden eigenfinanziert werden“, so Atzinger.

Er ist seit sieben Jahren Kirchenpfleger – und damit hat er quasi den Job seiner Mutter Betty übernommen, die auch Kirchenpflegerin in der Westerhamer Filialkirche war. Seine Aufgaben bestehen darin, sich um die bauliche Substanz zu kümmern, deshalb kennt Atzinger auch jeden Winkel der Filialkirche. Seit 2010 steht die Sanierung im Raum – seither sind Vorbereitungen getroffen worden: ein Schadstoffgutachten wurde erstellt, Raumklimamessungen wurden vorgenommen und es gab ein Fledermausgutachten. Und sind welche im Turm? „Nein“, sagt Atzinger.

Das Kircherl, dessen Grundsteinlegung auf das 15. Jahrhundert datiert ist, ist für die Westerhamer ein Kulturgut, so Atzinger. Kurz: Es ist aus dem Ort nicht wegzudenken. Deshalb sei die Sanierung auch so wichtig, so Atzinger.

Weitere Informationen bei „Lebender Krippe“ in Westerham

Vor der Westerhamer Kirche informiert auch die Kirche, darunter Martin Atzinger im Rahmen der „Lebenden Krippe“, die am Adventswochenende,14. und 15. Dezember, ab 16 Uhr stattfindet, über die Sanierung des Westerhamer Kleinods. Organisiert wird die Lebende Krippe vom Ortsverschönerungsverein (OVDE) Westerham. Zu sehen sind dann der Krippenstall samt Maria, Josef und dem Jesuskind. Obendrein spenden Ochs und Esel Wärme. Hirten stehen am Feuer und die Schafe freuen sich auf ein paar Streicheleinheiten der jungen Besucher. Neben musikalischen Darbietungen ortsansässiger Musikgruppen stehen besinnliche und humorvolle Geschichten über die „stade Zeit“ auf dem Programm.

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