Leserbrief zum Beitrag „Landratsamt stellt Probebetrieb ein“ im Lokalteil:
Eine Wäscherei, die ohne Genehmigung den Betrieb aufnimmt. Nachbarn, die auf die Barrikaden gehen. Ein „runder Tisch“ im Rathaus Bruckmühl. Was hat nun dieser gebracht? Aus unserer Sicht als Betroffene keine wirklichen Ergebnisse. Aber alle Beteiligten wissen jetzt, wo die jeweiligen Interessen liegen. Die Gemeinde hat das Interesse, Gewerbe anzusiedeln, und tut viel dafür. Aber darf dies auf Kosten der Bürger gehen? Muss eine Wäscherei mit Lärm und Gestank inmitten von Wohngebieten liegen? Denn wir leben in einem Wohngebiet, auch wenn oft von „Mischgebiet“ die Rede ist.
Das Interesse der Wäscherei ist es, schnellstmöglich die Genehmigung zu bekommen und Investitionen zu sichern. Deshalb stellen sie sich dem Gespräch mit uns Nachbarn und räumen Fehler ein. Aber wirklich ernst genommen fühlen wir uns nicht: Tatsachen, wie der ungenehmigte Betrieb oder der Gestank, werden beschönigt oder gar abgestritten, konkrete Fragen ausweichend beantwortet. Bezüglich des Lärms betont die Gutachterin der Firma mehrfach, sie würden „tun, was nötig ist“. Kurioserweise gehört dazu wegen angeblich fehlender Herstellerangaben ein Probebetrieb mit Lärmmessungen, was laut Landratsamt nicht üblich ist, hier aber kurzfristig eingeräumt wurde.
Im Gegensatz dazu versichert Rudolf Fleischmann, seine Firma wolle im Sinne einer guten Nachbarschaft „tun, was möglich ist“, um den Lärm zu reduzieren. Seine Antworten auf Fragen nach Investitionen und Maßnahmen lassen jedoch keine großen Hoffnungen aufkommen, dass am Ende sehr viel mehr „möglich“ als „nötig“ sein wird. Seine mündlichen Versicherungen sind für uns Betroffene ohne Sicherheiten und Garantien. Solange wir diese nicht haben, prüfen wir unsere Möglichkeiten – auf allen Ebenen und in alle Richtungen, denn es geht um unsere Existenz. Und – auch das hat der „runde Tisch“ gezeigt – wir sind viele.
Ingeborg Süß
Heufeld