Bruckmühl/Heufeldmühle – In Wikipedia ist eine „Bottleparty“ (Bottle ist englisch und bedeutet Flasche) als eine Feier definiert, zu der die Gäste ihre zumeist alkoholischen Getränke selbst mitbringen. Dass man die mitgebrachten Flaschen nach ihrer Leerung entweder ordnungsgemäß entsorgt oder aber wieder mit nach Hause nimmt, müsste für Jugendliche in Zeiten von „Fridays for Future“ eigentlich selbstverständlich sein. Nicht so für eine Gruppe Jugendlicher im Bruckmühler Ortsteil Heufeldmühle, die an einer an der Gottlob-Weiler-Straße gelegenen Sitzbank immer wieder feuchtfröhliche Bottlepartys veranstalten.
Nicht besonders erfreut sind darüber die unmittelbaren Anlieger wie Peter Widmann. Der 59-Jährige ärgert sich dabei nicht nur über die Ruhestörung, sondern vor allem über die „Hinterlassenschaften“ des Saufgelages an diesem zweifelhaften „Jugendtreff“.
Unrat einfach im
Waldstück entsorgt
„Neben der Bank lagen kürzlich neben Plastikflaschen und sonstigem Unrat 17 Eierlikörflaschen, drei Whiskyflaschen und eine Bierflasche, die ich entsorgt habe“, berichtete er. „Ich habe als junger Mensch auch oft mit Freunden gefeiert, aber wir haben danach unseren Müll ganz selbstverständlich wieder beseitigt“, unterstreicht er.
Was ihn nach der jüngsten „Bottleparty“ besonders erbost hat: Mehrere Flaschen waren zerschlagen. Die Scherben lagen direkt neben der Bank und im Gestrüpp auf dem Boden herum. „Ich denke dabei nur an die Kinder des gegenüberliegenden Kindergartens ,Haus Vergissmeinnicht‘, die sich an den Scherben verletzen könnten“, betont er. Eine Gefahr durch die Scherben sieht er aber auch für Tiere. „In dem kleinen Waldstück unmittelbar hinter der Bank schütte ich immer einen Blätterhaufen für den Winterschlaf der Igel auf“, erzählte er und befürchtet, dass sich die Tiere an den Glasscherben lebensgefährlich verletzen könnten. Dies könnte aber genauso auf Hunde oder Katzen zutreffen, die sich an den scharfen Glasresten die Pfoten aufschneiden könnten.
Gemeinde stellt jetzt
Abfalleimer auf
„Neben der Bank ist kein Abfalleimer vorhanden. Vielleicht würden die Jugendlichen ihren Müll ja dort entsorgen“, hofft Widmann auf eine Lösung. „Daran soll es nicht scheitern“, erklärte der im Bruckmühler Rathaus für den Bereich „Umwelt“ zuständige Mitarbeiter Walter Führmann auf Anfrage unserer Zeitung. Er hat inzwischen beim Bauhof veranlasst, einen Abfallbehälter neben der Bank aufzustellen. Bleibt abzuwarten, ob die „Bottlepartys“ dann im Mülleimer oder weiterhin in der Natur enden.