Bad Feilnbach –Es ging nichts mehr: Kein Telefon, kein Internet, kein Fernseher – teilweise war sogar das Mobilfunknetz in der Gemeinde Bad Feilnbach lahmgelegt. Grund fürs Brachliegen der Telekommunikation waren laut Deutscher Telekom „Tiefbauarbeiten in der Nähe der Kampenwandstraße in Bad Aibling“, so ein Unternehmens-Sprecher. Bei diesen Arbeiten wurde laut Telekom ein Glasfaserkabel beschädigt. Wie viele Anschlüsse abgeschnitten waren, teilt die Telekom nicht mit.
Los ging es am Mittwochnachmittag: „In den Ortsteilen Litzldorf, Au und Bad Feilnbach wurden Störungen gemeldet“, so Marko Klinghammer, Leiter der EDV bei der Gemeinde. Aber betrifft das denn nur Telekom-Kunden oder auch die anderer Anbieter? „Auf dem Land läuft alles über die Telekom-Kabel“, so Klinghammer. Also alle.
Auch das Rathaus war betroffen. Kein Internet, kein Telefon, „nichts ging mehr“, sagt eine Mitarbeiterin der Gemeinde. Bis Freitagmorgen tat sich nichts: „Um 8 Uhr haben wir dann die Nachricht erhalten, dass das Glasfaserkabel komplett durchtrennt wird, damit es ersetzt werden kann“, so Klinghammer auf Anfrage.
Mitarbeiter kommen
nicht ins Gebäude
Das am Freitag um Punkt 8 Uhr nichts mehr ging, erfuhren auch die Mitarbeiter der Volksbank Raiffeisenbank in Bad Feilnbach. Sie kamen mit ihrer Einlasskarte nicht mehr in die Bank. „Gott sei Dank war ich vor 8 Uhr da und bin noch ins Haus gekommen“, sagt Geschäftsstellenleiter Josef Weyerer, der seinen drei Kollegen dann von innen öffnete. Es war eine „Katastrophe“: Die Kartensysteme, eigentliche Auszahlungen, kein Einblick in den Terminkalender – „nichts war mehr möglich“, sagt Weyerer. Und so nahm sich ein Kollege frei und ein Zweiter arbeitete von Zuhause aus.
Denn in der Bank war neben Telefon und Internet auch das Sicherheitssystem betroffen: „Es hängt alles miteinander zusammen und aufgrund der Störung ließ sich der Tresor nicht mehr öffnen“, so Weyerer. Somit waren keine Auszahlungen möglich, ebenso wenig wie mal eben Geld am Automaten abheben. „Wir haben die Kunden dann an andere Zweigstellen verwiesen“, so Weyerer.
Dass man nicht mal eben an Bargeld kommt, erfuhr auch Sabine Pillich. Die Assistentin der Geschäftsleitung von Elektro- und Gebäudetechnik Martin Kaffl in Au erzählt, dass von Mittwochnachmittag 16 bis Freitagnachmittag um 16 Uhr nichts mehr ging. Dafür habe sie immer wieder übers Mobiltelefon bei der Telekom angerufen.
„Allerdings brach das Mobilfunknetz auch zusammen“, so Pillich. Zunächst hieß es, dass man bis Freitagmittag fertig werde. Bis 16 Uhr war die Firma Kaffl abgeschnitten. Und laut Telekom hieß es letzte Arbeiten liefen am Montagmorgen“. Das bestätigte gestern auch Klinghammer, dessen Kollege zu Hause immer noch „abgeschnitten sei“.