Bad Feilnbach – Einen Überblick über die Situation bei den gemeindlichen Feuerwehren, die Leader-Programme Sportheim Au und Stollen Deisenried, die Ökomodellregion Hochries, Kampenwand und Wendelstein, die Arbeitsgemeinschaft Stadt- und Umlandbereich Rosenheim (SUR) und den Bau des Autobahnlärmschutzes bei Dettendorf gab Bürgermeister Anton Wallner (CSU) bei der Bürgerversammlung.
Alternativen
zur Planung?
Viele Themen, die vom Bürgermeister benannt wurden, wurden auch in der allgemeinen Aussprache angesprochen. So wurde die Frage aufgeworfen, ob es zur Rathausplanung nicht günstigere Alternativen gäbe, beispielsweise durch Anmietung bestehender Räume oder Auslagerung der Feuerwehr und Umbau derer Räume. Wallner setzte der Frage ein klares „Nein“ entgegen und begründete dies mit dem langen Entscheidungsprozess, bei dem ein Umbau des jetzigen Rathauses letztlich auch wegen eines unwägbaren Kostenrisikos verworfen wurde.
Zum Thema Tannenhofbebauung teilte Wallner auf eine entsprechende Frage mit, dass das Schlagwort vom „bezahlbaren Wohnraum“ hier relativiert werden müsse. Der Investor werde allerdings im Rahmen einer Mischkalkulation sowohl teurere als auch günstigere Wohnungen erstellen. Den Gemeindebürgern würde aber eine Art Vorkaufsrecht angeboten.
Einig waren sich einige Bürger mit dem Gemeindeoberhaupt, dass das Verhältnis von rund 2000 Auspendlern und 844 Einpendlern zugunsten wohnortnaher Arbeitsplätze verbessert werden müsse.
Bezüglich der Ökomodellregion wurde ein Bauernmarkt mit regionalen Produkten auf dem Rathausplatz vorgeschlagen. Ein solcher Markt würde auch dem Bürgermeister gefallen, nur habe sich bislang kein Betreiber gefunden, wie auch die in Sachen Markt erfahrene Gemeinderätin Agnes Pfeiffenthaler beteuerte.
Eine Mutter hielt die Verkehrssituation im Kreuzungsbereich von Staatsstraße und Kreisstraße in Au für verbesserungswürdig. Gerade mit einem Kinderwagen sei es sehr schwierig, die Straßen einigermaßen komplikationslos zu überqueren. Wallner sagte zu, das Thema im Rahmen des ISEK-Prozesses im Auge zu behalten.
Wildes Parken
am Friedhof
Eine einheitliche Verkehrsregelung im Ort Bad Feilnbach mahnte ein bei der Polizei beschäftigter Bürger an. So sei es über diverse Straßen derzeit möglich, mit Tempo 50 in die Ortsmitte zu fahren. Ergänzend wurde von einer Bürgerin die Aufstellung eines elektronischen Zeigefingers angeregt. Wallner wird sich des Themas annehmen und wiederholte seinen Appell zu mehr Verkehrsdisziplin.
Fehlende Parkplätze, die oft zu einer Blockierung des Gehstreifens im Bereich des Gemeindefriedhofes in Au führten, wurden ebenfalls angesprochen. Die Anregung soll im Zusammenhang mit der jetzt begonnenen Friedhofserweiterung geprüft werden.
Der schlechte Zustand von Feld- und Waldwegen wurde von einem Vertreter der Landwirtschaft angesprochen. Diesbezüglich will Wallner die betroffenen Wege mit den Ortsobmännern des Bauernverbandes abfahren und eine Prioritätenliste für das Straßensanierungsprogramm erstellen.
Einem Besucher fiel auf, dass entgegen früheren Versammlungen die Polizei in diesem Jahr nicht präsent gewesen sei. Der Gemeindechef verwies auf Terminprobleme der Polizei und gab stellvertretend bekannt, dass die Sicherheitslage in Bad Feilnbach nach wie vor sehr gut sei. Vermisst wurde von einem Besucher auch ein Bericht der Umweltbeauftragten, vorzugsweise zu dem vor einigen Jahren von der Fachhochschule Kufstein erstellten Energiekonzept. Wallner verwies am Beispiel der Nahwärmeversorgung darauf, dass einige Anregungen daraus bereits umgesetzt würden. In Wiechs würden Überlegungen angestellt, wie die Abwärme von Biogasanlagen genutzt werden könnte.
Schulden sind nicht
gleich Leistungskraft
Angefragt wurde auch, wie sich die Investitionen auf die Pro-Kopf-Verschuldung auswirkten. Die bekannt gegebenen Zahlen (2018: 700 Euro, 2019: 900 Euro, 2020: 1000 Euro) veranlassten den Rathauschef zur Feststellung, dass die bloßen Zahlen nichts über die Leistungsfähigkeit einer Gemeinde aussagen würden. Entscheidend sei, und das sei in Bad Feilnbach gegeben, dass das finanzielle Fundament der Gemeinde diese Investitionen zulasse.
Vor den Ausführungen von Bürgermeister Wallner hatten Geschäftsleiter Andreas Lukas über die Zahl der Gemeinderats- und Ausschusssitzungen, das Leistungsportfolio der Gemeinde und den Personalstand sowie Kämmerer Konrad Kriechbaumer über das Investitionsvolumen im laufenden Jahr berichtetet. Die Leiterin der Kur- und Gästeinformation, Ute Preibisch, informierte über positive Entwicklungen im Tourismus samt Schwimmbädern und Volkshochschule.