Naring – Der Kreis der freien Autoren um Gerhard Elmauer veranstaltete jetzt im Gasthaus „Zum goldenen Tal“ in Naring eine heiter bis besinnliche Lesung zum Herbst und Advent.
Marion Kellner aus Bad Tölz machte sich Gedanken zur Erderwärmung: „Bei vui Leit aba basst des hoit grod net, und so mancher hofft, dass de Sintflut bestimmt erst nach eam kimmt.“ Emma Thaler aus Derndorf belauschte die Verwandten auf dem Heimweg von der Beerdigung der Basl Rosa. Über jeden der Teilnehmer haben sie etwas zum Ausrichten, sei es Tochter Lena, Vetter Sepp oder Onkel Hans und Tante Kathl: „Aber a scheene Leich is gwen!“
Eine Uraufführung erfuhr das fünfstrophige Chiemseelied, gedichtet von Siegfried Sperber aus Kolbermoor und intonitiert von Wiggerl Englmeier an der Zither.
Nach der Pause befassten sich die Autoren mit dem Thema Advent und Weihnachten. Von Helma Lechner aus Bruckmühl stammt „Weihnachten – amoi ganz anders“: Der bayerische Junge Flori vom Tegernsee verbringt Weihnachten mit seiner Familie auf Sylt.
Er ist enttäuscht über die andere Landschaft, nur Wasser, Nebel und keine Berge und die fremde Sprache, die Leute „snacken“ Platt und sagen „Moin“. Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es anstatt Leberkässemmeln bloß Fischbrötchen und statt des Christkinds kommt der Weihnachtsmann.
Die neuesten Nachrichten aus dem Geschäftsleben von Marion Kellner drehten sich um den Schokoladen-Weihnachtsmann, der ab September im Supermarktregal steht. Nach Weihnachten sitzt dort dann „Santa Claas als Osterhos“.
Die Aufzählung der Lieblingsplatzerl von Anneliese Dottl aus Bruckmühl, angefangen bei den Anislaiberl über Lebkuchen, Honigprinten bis Vanillekipferl und Zimtsterne, rief beim Publikum Gelüste hervor.
Von Emma Thaler kam der Weihnachtswunsch: „Wenn oana dem andern Liebe, Aufmerksamkeit und Achtung schenkt, und a an den Unglücklichen denkt, wenn’s Christkindl vom Himmi fliagt, und koana denkt an Kriag, dann muss Weihnachten sei!“
Maria Elmauer aus Feldkirchen berichtete über die geschichtliche Entstehung der Lebkuchen, den früheren Pfefferkuchen vor etwa 4000 Jahren, Lebzelter und Wachszieher sowie über die Entdeckung der dazu verwendeten Gewürze aus fernen Ländern.
Zwischen den Wortbeiträgen sorgte Wiggerl Englmeier an der Zither für den musikalischen Teil. Die „Gredt und glust-Bücherl“ sind bei den Autoren und bei Maria und Gerhard Elmauer unter 08063/5644 erhältlich.