Bad Aibling – „Zamma“ – bei diesem Stichwort hat es sofort gefunkt bei Kurdirektor Thomas Jahn. „Zamma“ ist der Titel eines Kultur-Festivals, das der Bezirk Oberbayern alle zwei Jahre an eine andere Kommune vergibt und das im Jahr 2021 in Bad Aibling stattfinden wird. Ziel ist es Brücken zu schlagen, Menschen, Einrichtungen und Themen zu verbinden und auch Dauerhaftes zu schaffen.
Wie Bürgermeister Felix Schwaller gegenüber unserer Zeitung erklärte, habe er die Hand gehoben, als bei einer Bürgermeisterdienstbesprechung gefragt wurde, ob eine Kommune aus dem Landkreis Rosenheim Interesse daran hätte, das Festival auszurichten. Nach einem Gespräch mit Kurdirektor Thomas Jahn habe die Aib-Kur eine „sehr professionelle Bewerbung erstellt, die nun zum Erfolg geführt hat“. Über etwaige Mitbewerber schweigt sich der Bezirk auf Nachfrage indes aus.
Was aber erwartet die Bürger, Vereine und Einrichtungen in der Stadt im Zusammenhang mit dem Festival? Darüber sprachen wir mit Kurdirektor Thomas Jahn.
Herr Jahn, „Zamma 2021“ – wie soll dieses Motto in Bad Aibling mit Leben gefüllt werden?
Dazu gibt es schon einige Ideen. Jede veranstaltende Kommune hat dazu gewissermaßen einen dezenten roten Faden, ein Thema, das den Schwerpunkt setzt. 2017 war das in Haar zum Beispiel die Integration von Flüchtlingen. Für mich ist Bad Aibling als Gesundheitsstadt der rote Faden. Hier wollen wir vor allem auch Brücken schlagen zwischen Jung und Alt.
Was bedeutet das konkret?
Die älteren Menschen tragen so viel Wissen mit sich, das zur Verfügung stünde, während die Jüngeren auf anderen Gebieten Kompetenzen haben, die wiederum den Älteren fehlen. Hier setzen wir an und hinterfragen: Was können wir – auch unter dem Aspekt des Inklusionsgedankens – tun oder aufbauen, um das zu vernetzen?
Wen holen Sie dazu mit ins Boot?
Es laufen schon erste Gespräche, viele werden folgen – mit Schulen, Kindergärten, Kliniken, Seniorenheimen, Vereinen, Bands, Bauhof etc. Wir wollen das Festival mit den Bürgern und deren Ideen gemeinsam vorbereiten. Das „Zamma“ beginnt also schon jetzt beziehungsweise dann beim ersten Infotreffen im April kommenden Jahres.
Wissen Sie schon, wann was läuft?
Die Aktionswoche wird am 3. Juli 2021 beginnen und mit dem Bürgerfest am 10. Juli enden. Wir hoffen und wünschen uns, dass hier Brücken geschlagen werden zu Dingen, die auch dauerhaft wirken. Dass Netzwerke mit Leben gefüllt und Synergien genutzt werden und so das Zusammengehörigkeitsgefühl eben auch im Sinne des Festival-Mottos weiter gestärkt wird. Hier sehe ich große Chancen, dass mit den Kompetenzen, die unsere Stadt schon hat, und dem, was das Projekt bringt, zukunftsträchtige Dinge zwischen Jung und Alt entstehen, sei es im Gesundheits-, im gesellschaftlichen oder im sozialen Bereich.
Haben Sie hier etwas Spezielles im Blick?
Es kommt so viel auf uns zu, für das noch niemand eine wirkliche Lösung hat. Allein die Herausforderungen, vor die uns die Themen Reha und Pflege stellen werden.
Der demografische Wandel generell. Wenn wir hier einen Grundstein zu einem Pilotprojekt legen könnten, wäre das ein wichtiger Schritt. Hier sind bei uns die Grundkompetenzen schon vorhanden, wenn ich mir einerseits die Kliniken oder Senioren- und Pflegeheime anschaue. Andererseits haben wir in Bad Aibling auch alle Schultypen vertreten und ich hoffe, dass sie alle mitmachen.
Viel Freude und Hoffnung also, aber auch viel Arbeit. Schließlich gilt es 2020 erst einmal das Mammutprogramm „175 Jahre Moorbad – 125 Jahre Heilbad“ zu stemmen.
Ja, die Vorbereitungen dazu sowie das Jubiläum 20 Jahre Gitarrenfestival Saitensprünge haben uns heuer schon schwer beschäftigt. Das sind jetzt einfach 36 Monate Vollgas. Aber die Idee von „Zamma“ ist klasse und passt so gut zu uns, dass wir das einfach machen wollen.
Interview: Eva Lagler