Tuntenhausener Wallfahrtserinnerungen

von Redaktion

Stefan Brumbauer trägt historische Dokumente zu Pilgerreisen zusammen

Tuntenhausen – Einen Einblick in seine umfassende Sammlung historischer Dokumente aus Tuntenhausen und Ostermünchen gab Stefan Brumbauer jetzt in einer interessanten Ausstellung im Pfarrheim von Tuntenhausen. Passend zur Wiedereröffnung der Basilika ging es um die „Wallfahrt“. Brumbauer hatte originale Stücke zusammengetragen, die sich auf „Tuntenhausen“ beziehen – sei es im Text, auf einem Stempel oder als Ansichtskarte. Er präsentierte auch Dokumente von Persönlichkeiten, von der damaligen Gemeinde und Bücher zur Wallfahrt von Tuntenhausen. „Ein beliebtes Mitbringsel von einer Wallfahrt waren die Wallfahrtsbilder“, weiß Brumbauer. Meist ist darauf die Mutter Gottes als Ansicht oder die Basilika von außen zu sehen. „Die Wallfahrtsbilder unterscheiden sich auch handwerklich“, erklärt Brumbauer: So kommen im 18. Jahrhundert bis ins erste Viertel des 19. Jahrhunderts in erster Linie Kupfer- und Holzstiche vor und ab circa 1840 Lithografiedrucke in Schwarzweiß, ebenso wie in Rot-, Silber- und Golddruck. Sehr alte Wallfahrtsbilder wurden zumeist von Landfrauen in Heimarbeit hergestellt. „Es könnte also gut sein, dass bei den Bildern die Ur-Ur-Ur-Oma des Betrachters mit beteiligt war“, meint Brumbauer. Eine Besonderheit sind die Bilder, die die alten Turmhauben der Basilika abbilden, die um 1890 gegen die heutigen Spitztürme ersetzt wurden. Wallfahrtsbilder sind Spiegel der Zeit. Um die Jahrhundertwende vergrößert sich ihre Vielfalt. Sie werden fantasievoller. Eine zeigt Tuntenhausen im Schnee mit Glitzer. Andere eine Fantasiekirche oder ein Klappbild „Andenken an Tuntenhausen“ mit ausgestanztem „Ave Maria“ und bunt irisierenden Aufdruck.

Auch Devotionalien hat Brumbauer gesammelt. Sie wurden vor allem an Wallfahrtsorten gehandelt. Wann dieser Brauch in Tuntenhausen begann, ist unbekannt. Brumbauer schätzt, dass er ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Sicher erinnern sich ältere Tuntenhausener an Verkaufsstände an der Außenmauer der Kirche.

Zudem recherchierte Brumbauer in geschichtlichen Aufzeichnungen zur Wallfahrt, in Mirakel-Büchern oder dem Buch „Aufzählung von Wunderzeichen der Muttergottes von Tuntenhausen“ um 1618.

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