Neun Kubikmeter Müll geborgen

von Redaktion

Unglaubliche Funde beim Ramadama an den Höglinger Baggerseen

Bruckmühl – „Es ist wirklich unglaublich! In nur drei Stunden haben wir rund um die Höglinger Baggerseen neun Kubikmeter Müll von A wie Autoreifen bis Z wie Zahnbürsten eingesammelt, und als ,Sahnehäubchen’ sogar noch einen Ölfilm auf dem Wasser gefunden. Da versteht man die Welt nicht mehr“, schüttelt Organisator Peter Staudt, Gründer und Gruppenleiter der Naturschutzjugend Ortsgruppe Bruckmühl, am Ende der Ramadama-Aktion verständnislos den Kopf.

Zu den etwa 50 engagierten Naturschutzfreunden zählten neben der Bruckmühler Feuerwehr-Jugend und der Feuerwehr Heufeld auch Handballer des SV Bruckmühl (SVB) mit SVB-Vize Bernhard Gleißner.

Konzertierte Aktion der Bruckmühler

Die BRK-Bereitschaft Bruckmühl stand mit dem First-Responder-Team für die Versorgung von etwaigen Verletzungen parat. Marco Borloni, Vorstand vom Bad Aiblinger Kreisfischerverein, und Staudt freuten sich darüber, dass auch Mitglieder der verschiedenen Bruckmühler Marktgemeinderats-Fraktionen kräftig mit anpackten. Punkt zehn Uhr starteten fünf Gruppen mit Arbeitshandschuhen, Greifzangen, Müllsäcken und Schubkarren die Aufräumaktion. Im Schlepptau folgte ein Traktor mit Kipper, auf den der gesamte Müll aufgeladen wurde. Geräumt wurden auf einem Areal, das die nördlichen Baggerseen und das sogenannte Hafner Areal im Süden umfasste. Was die „Suchmannschaften“ während der gut dreistündigen Uferbegehung aufsammelten oder an Land zogen, sorgte für absolute Sprachlosigkeit. Zu dem bunten Sammelsurium gehörten Zahnbürsten, Feucht- und Handtücher, Plastikbehältnisse aller Art und Größen, kleine Einweg-Grills, Gartenstühle und Alu-Liegen. Doch damit nicht genug. Auch Holzlatten mit und ohne Nägel, Eisenstangen und sogar vier Kompletträder auf Stahlfelgen wurden aus dem Ufer-Dickicht gezogen. Diverse Malerkübel mit Pinseln und 30 Kilogramm schwere Beton-Quader komplettierten das Müll-Sortiment, das in der Natur entsorgt worden war. Das absolut Unverständliche daran ist nicht nur die Ignoranz des Umweltschutzes, sondern auch die damit verbundene Mühe. „Der Aufwand, das ganze Zeug in geheimen Aktion zu den Baggerseen zu schleppen und dort illegal zu entsorgen, ist viel größer als der Weg zur Wertstoffsammelstelle. Noch dazu könnten die meisten der gefunden Gegenstände dort eh kostenfrei abgegeben werden“, legt Staudt die Hände verzweifelt an die Stirn. Auffällig auch: Je abgelegener der Ort ist, desto mehr Dreck haben die Bruckmühler Umweltaktivisten gefunden. Leider gehörte dazu auch eine circa zwei Quadratmeter große Öl-Lache im Schilfgürtel, dem ökologisch wertvollsten nördlichen Weiherbereich in unmittelbarer Nähe zum großen Biberbau.

Feuerwehr entfernt Ölfilm fachgerecht

Nach Informationen von Staudt konnte diese gefährliche Wasserverschmutzung in aufwendiger Arbeit fachgerecht von der Feuerwehr entfernt werden. Eine Ursache für dieses Ausmaß der Verschmutzung sieht Staudt auch in den Badelustigen, die nach Auswertung der Autokennzeichen mittlerweile aus einem etwa 50 Kilometer großen Umkreis an die Höglinger Baggerseen kommen. „Solange sich bei den Badegästen nicht ein Umdenken im Umgang mit Müll einstellt, werden wir uns auch in Zukunft Jahr für Jahr mit diesem Ärgernis auseinandersetzen müssen“, blickt der Ramadama-Organisator nicht gerade optimistisch dem kommenden Sommer entgegen.

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