Bad Feilnbach – Die Schaffung von Wohnraum für junge einheimische Familien stellt die Gemeinde Bad Feilnbach vor Herausforderungen. Darauf ging Bürgermeister Anton Wallner (CSU) bei der Bürgerversammlung ein. Angesichts von Preisen bis zu 700 Euro für den Quadratmeter Wohnbauland stellte er die Überlegung in den Raum, dass auf 1000 Quadratmetern Bauland entweder zwei Einfamilienhäuser oder alternativ ein Fünffamilienhaus errichtet werden könne. Insoweit solle der Wohnbedarf „ein Stück weit neu gedacht werden“.
Ausweisungen
für Wohnbebauung
Für alle Einheimischen, die mehr Wohnraum benötigen, sei im kommenden Jahr eine Wohnbaukonferenz angedacht. Während in den Bereichen Kampenwandstraße, Birkenstraße und Nordweg bereits Grundstücke an Familien vergeben werden konnten, seien in Gries-Moos und Wiechs Ausweisungen vorgesehen. Am Naturpark in Bad Feilnbach solle im Rahmen des Modells „Heimat Bad Feilnbach“ ein Mehrfamilienwohnaus mit bezahlbaren Mieten geschaffen werden.
Bezüglich der Ortsmitte erinnerte das Gemeindeoberhaupt an die Einweihungsfeier Anfang Juni, die er als Gemeinschaftsleistung der Vereine lobte. Zwischenzeitlich sei auch die Treppe zwischen dem Rathausplatz und der Bahnhofstraße fertiggestellt und mit dem Bau der neuen Bushaltestelle begonnen worden. Weil für die Fertigstellung die angebotenen Baupreise nicht akzeptabel erschienen, würden die Arbeiten neu ausgeschrieben. Besonders am Herzen liegt Wallner die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 Stundenkilometer in der Ortsmitte. Nur wenn sich alle daran hielten, sei ein gefahrloses Überqueren der Straße möglich. Um den Platz städtebaulich abzuschließen, sei im Osten der Bau eines neuen Rathauses geplant. Dazu werde es einen Architektenwettbewerb geben, dessen Ergebnisse im Frühjahr 2020 öffentlich präsentiert werden sollen.
Ein großes Lob zollte Wallner den Auer Bürgern für ihre Geduld bei der Sanierung der Aubacheinhausung. Die Vorfahrtsregelung zwischen Schmiedgasse und Achthaler Straße sei geändert worden, was zu mehr Klarheit, einer Verkehrsberuhigung und höherer Verkehrssicherheit geführt habe. Sehr positiv äußerte sich Wallner zu den Bürgerbeteiligungen im Rahmen des Integrierten Stadt-Entwicklungskonzepts (ISEK) für Au und für die Entwicklung des ehemaligen Tannenhofgrundstücks in Bad Feilnbach.
Tannenhofgrundstück:
Bebauung zentral
In beiden Fällen seien viele wertvolle Anregungen eingebracht worden, jedoch habe er sich im Fall Au eine höhere Teilnehmerzahl gewünscht. Die Bebauung des Tannenhofgrundstücks werde zu einer wesentlichen Aufwertung der Ortsmitte beitragen.
Breiten Raum nahm auch das Thema „Arbeitsplätze und Gewerbe“ ein. Mit dem Erwerb eines insgesamt 50 Hektar umfassenden Gutshofes in der Eulenau habe die Gemeinde die große Chance, wohnortnahe Arbeitsplätze zu entwickeln. Nach den Worten Wallners soll das Projekt Vorbildcharakter als ökologisches Gewerbegebiet mit eigener Energieversorgung bekommen. Innerhalb von zehn bis 15 Jahren folgt die Umsetzung. Vordringlich sei eine Sanierung des erhaltungswürdigen Gutshofes.
Stolz ist der Bürgermeister auf die gemeindlichen Schwimmbäder in Bad Feilnbach und Au. Während sich das Auer Schwimmbad nach einer durchgeführten Sanierung in einem Top-Zustand befinde, bestehe für das mittlerweile 40 Jahre alte Schwimmbad in Bad Feilnbach ein Sanierungsbedarf in der Größenordnung um zwei Millionen Euro. Dazu würden aber staatliche Zuschüsse beantragt.
Die geplanten Außenanlagen beim Gemeinschaftshaus Dettendorf bezeichnete Wallner angesichts der zugesagten 61-prozentigen Förderung als tolle Einrichtung. Mit den 200000 Euro, die die Gemeinde selber aufbringen müsse, hätte sie nur einen Bruchteil der ohnehin nötigen Maßnahmen wie Feuerwehrzufahrt oder Parkplätze realisieren können.
Klimawandel und die
Herausforderungen
Als größte Herausforderung der Gemeinde für die nähere Zukunft nannte Anton Wallner den Zuzugsdruck, die Notwendigkeit bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig den Flächenverbrauch einzudämmen. Sollten die im Raum stehenden Forderungen realisiert werden, den Flächenverbrauch in Bayern auf fünf Hektar pro Tag zu verringern, würde dies für die Gemeinde Bad Feilnbach eine maximal bebaubare Fläche von nur 11000 Quadratmeter pro Jahr bedeuten.
Dies wäre beispielsweise schon bei einem Kilometer Radweg, einem Kindergarten, einem Gewerbebetrieb und 3000 Quadratmeter Bauland für Einheimische erreicht. Kaum geringer seien die Herausforderungen, die sich aus dem Klimawandel ergeben. Laut Wallner solle die Gemeinde ihr Handeln, soweit es geht, danach ausrichten. Im Bereich der Seniorenarbeit wies Wallner auf die beabsichtigte Spende eines E-Tandems durch den Gewerbeverband hin und warb um Personen, die sich als Fahrer zur Verfügung stellen. Besonders stolz sei er auf die ökumenische Nachbarschaftshilfe, die er als Allzweckwaffe bezeichnete.