„Ich habe einen Engel gefunden“

von Redaktion

Heufeldmühle: Elisabeth und Karl Seidl feiern eiserne Hochzeit

Bruckmühl – Von „stumpfem Eisen“ konnte auf der Feier der Eisernen Hochzeit von Elisabeth und Karl Seidl im Restaurant „Waldschlössl“ in Waldheim keine Rede sein. Mit strahlenden Augen blickte sich das seit 65 Jahren verheiratete Paar an und alle im Saal konnten spüren und sehen, wie sehr sich beide an diesem Tag und aneinander freuten. Karl, der „eiserne“ Bräutigam, wurde im Landkreis Roding im Bayerischen Wald geboren und erlernte dort nach der Schule das Schreinerhandwerk. Da die beruflichen Möglichkeiten im Bayerischen Wald zu dieser Zeit nicht so rosig waren, kam er im Jahre 1952 mit nur einem kleinen Koffer in der Hand nach Bruckmühl, wo er in der Tuchfabrik in Hinrichssegen eine Anstellung fand. Leicht war sein Start in Bruckmühl nicht, begegneten manche ihm doch aufgrund seines anderen Dialektes mit Ablehnung oder Misstrauen.

Am Kirchweihsonntag 1952, als sich die jungen Burschen in Kirchdorf aufmachten, um von Haus zu Haus zu ziehen, schloss Karl sich ihnen an. Bei einem der Häuser öffnete ein junges Mädchen namens Elisabeth die Tür, schaute ihn freundlich an und gefiel ihm auf Anhieb. Die beiden kamen ins Gespräch, und als Karl Seidl etwas später aus gesundheitlichen Gründen in seine Heimat zurückkehren musste, holte er Elisabeth, die in Noderwiechs aufwuchs, nach. „Ich wollte sie auf keinen Fall verlieren“, erinnert sich der „Jubelbräutigam“ noch heute lachend. Mit der Unterschrift der Eltern, denn Karl war noch nicht volljährig, wurde 1954 geheiratet.

Zurück in Bruckmühl fanden beide wieder Arbeit in der Tuchfabrik. Karl Seidl wechselte dann zum Landratsamt, wo er bis zu seiner Pensionierung blieb. Zudem war er als junger Mann in der Jugendarbeit, Sparte Fußball beim SVB aktiv.

Elisabeth Seidl wechselte zur Firma Salus, wo sie bis zum Renteneintritt 30 Jahre lang tätig war. Auch als die Kinder – ein Sohn und zwei Töchter – die Familie komplett machten, gab Elisabeth Seidl ihren Beruf nicht auf. Die Eheleute teilten sich die Betreuung der Kinder. Beide haben lange im Schichtdienst gearbeitet, um dies möglich zu machen. Im Jahre 1957 bauten sie sich ein Reihenhaus in Bruckmühl. Seit 1998 sind sie in ihrem gemütlichen Eigenheim in Heufeldmühle zu Hause. Zur Familie gehören inzwischen acht Enkelkinder und zwei Urenkel, ein drittes Urenkelchen ist unterwegs, worauf sich das „Eiserne Paar“ sehr freut.

Zum Ehejubiläum gratulierte Ministerpräsident Markus Söder mit einem Foto-Kalender mit bayerischen Motiven. Auch Landrat Berthaler schickte Glückwünsche und einen Blumenstrauß. Bürgermeister Richard Richter überbrachte Glückwünsche der Marktgemeinde mit einem Gesundheitskorb, einem großen Blumenstrauß, dem Bruckmühl-Buch und dem Buch „Dem Heil so nah“.

Ihren Hochzeitstag feierten die „eisernen“ Eheleute trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen bei bester Laune in großer Runde mit Familie und Freunden. Nach dem Rezept für die lange Ehedauer gefragt, drückt der „Jubelbräutigam“ fest die Hand seiner Frau und lächelt verschmitzt: „Ich hab einen Engel gefunden und hab ihn heute noch.“ cla

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