Feldkirchen-Westerham – „Mama, vielleicht nähe ich ja bald einen Kilt“, sagte Magdalena Baumann (22), bevor sie wusste, in welches Land es sie und ihre Kollegin Luitgard Dirrigl (67) im Rahmen der BR-Sendung „Mein Job – Dein Job“ verschlägt. Dieser Gedanke war wohl eine Vorahnung: Denn das Fernsehteam verkündete, dass die beiden nach Edinburgh in Schottland fliegen.
Oberbayerinnen
nähen Kilt
Da flossen bei der 22-Jährigen die Tränen. „Da ist die ganze Anspannung von mir abgefallen“, sagte sie rückblickend. Im Gegenzug zu den beiden Oberbayern besuchten zwei Schottinnen die Gemeinde Feldkirchen-Westerham, wohnten und arbeiten bei der Familie Redel (wir berichteten).
Nach knapp drei Stunden kamen Baumann und Dirrigl, die beide in den Trachtenläden der Familie Redel aus Westerham als Schneiderin und Verkäuferin arbeiten, dann auf schottischem Boden an. „Es war so cool“, sagt Baumann. „Wir sind so herzlich von den Kiltmakers aufgenommen worden“, erinnert sie sich. Und auch die Verständigung habe bestens geklappt – „ich wusste gar nicht, dass so viel Englisch aus der Schule hängengebelieben ist“. Beide haben während des Tausches mitten in der Metropole in einem Hotel gewohnt: „Von unserem Fenster aus konnten wir den deutschen Christkindlmarkt sehen“.
Am nächsten Tag sind sie gleich zu ihrem schottischen Arbeitsplatz zu „Gordon Nicolson Kiltmakers“ aufgebrochen: Dort hat der Chef Gordon Nicolson ihnen gezeigt, wie man aus einem sieben Meter langen Stoff einen Kilt macht. „Wahnsinn, alles ist Handarbeit und darauf legen die Schotten großen Wert – Tradition wird groß geschrieben.“ Auch sie haben zu Nadel und Faden gegriffen und sich an dem schottischen Kleidungsstück versucht. „Das hat gut geklappt“, sagt Baumann.
Ebenso erfolgreich haben sich die Oberbayerinnen, Baumann wohnt in Mietraching, Dirrigl in Hausham, durch den Verkehr geschlagen. „Unser Gast-Chef hat uns zu einer Weberei geschickt, dort sollten wir Stoffe abholen.“ Dirrigl hat sich ans Steuer gesetzt – Baumann navigierte. Dort angekommen, haben die großen Webstühle die Frauen beeindruckt – „sowas haben wir vorher noch nie gesehen“. Und zack zack spuckten die Webstühle das typische Schottenmuster aus. „Das ist so hübsch“, schwärmt Baumann.
Wieder zurück hat ihnen ihr Chef die Stadt gezeigt: „Wahnsinn, so eine tolle Stadt“. Und natürlich sind sie in einem Pub gelandet und haben dort Burger gegessen. Darüber war Bauman froh. „Ich hatte so Angst, dass ich Haggis essen muss.“ Aber der Schafsmagen, der mit Innereien gefüllt ist, blieb ihnen erspart. Wieder Zuhause, gab es Pasta. „Die habe ich vermisst“. Genau wie sie jetzt Schottland vermisst – „da möchte ich nochmal hin.“