Otto Gilg – ein Urgestein von 90 Jahren

von Redaktion

Volles Haus für beliebten Aiblinger zum Geburtstagsjubiläum

Bad Aibling – Leser des „Mangfall-Boten“ wissen es seit mehr als fünf Jahrzehnten: Hinter vielen Berichten und Bildern aus Bad Aibling, Bruckmühl oder anderen Ortschaften des westlichen Landkreises steht das Kürzel „og“, ausgeschrieben Otto Gilg. 90 Jahre alt ist der pensionierte Postler jetzt geworden.

Nicht nur die Familie
feiert den Jubilar

Viele Bekannte und Freunde gaben sich an seinem Ehrentag die Klinke seines Hauses in der Madau in die Hand, um dem beliebten Jubilar zu gratulieren. „Mit der Familie wird dann am Sonntag gefeiert“, freut sich Otto Gilg. Wenn von der Familie die Rede ist, dann wird der stets gut gelaunte „90er“ nachdenklich. Vor fünf Jahren ist seine Ehefrau Anneliese nach langer Krankheit gestorben. Wenige Monate vor ihrem Tod haben sie noch diamantene Hochzeit feiern dürfen.

Das Schicksal hatte dem Ehepaar viel Kummer bereitet: Sohn Werner ist an einer unheilbaren Krankheit im Alter von nur 36 Jahren verstorben.

Und Enkel Roland kam bei einem Verkehrsunfall mit 24 Jahren ums Leben. Drei Urenkel hat der Jubilar. Eine besondere Freude und Überraschung war es für ihn, dass sich Urenkel Lukas, den er lange Jahre nicht gesehen hat, ebenfalls zu seinem Geburtstag gemeldet hat. Geboren in Erbach bei Ulm, kam Otto Gilg im Jahr 1935 nach Bad Aibling. „Am Anfang hab ich schon noch ganz schön geschwäbelt“, lacht er.

Davon merkt man heute gar nichts mehr – auch wenn bei ihm der ein oder andere Ausdruck im Kopf noch hängen geblieben ist. Wer ihn kennt, sieht in ihm sowieso einen echten Aiblinger – bei all dem Wissen, das er im Lauf der Jahrzehnte über die Vereine, Menschen und Ereignisse in der Mangfallstadt und in den umliegenden Gemeinden angesammelt hat, bei all seinen Vereinszugehörigkeiten, Freundschaften und Bekanntschaften.

Beruflich war Otto Gilg viele Jahre lang Betriebsleiter beim Postamt Bruckmühl. Sportlich war er viel unterwegs als begeisterter Bergsteiger, Rennradfahrer und Skifahrer. Doch einen großen Teil seiner Freizeit widmete er seiner Tätigkeit als Chronist und freier Mitarbeiter des Mangfall-Boten.

Stets zuverlässig, allseits beliebt, akkurat und immer zur Stelle, wenn großes und auch kleineres Berichtenswertes anstanden. Unzählig sind die Anekdoten und Erlebnisse aus dieser Zeit. Für die Redaktion eigentlich unverzichtbar, trat er eines Tages auch hier – im stattlichen Alter von rund 88 Jahren – den Rückzug in den Reporter-Ruhestand an.

Jubiläumsausgabe
über sein Wirken

Seinem Wirken für die Heimatzeitung beziehungsweise seinem Reporterleben ist auch in der im vergangenen Herbst erschienenen Jubiläumsausgabe „70 Jahre Mangfall-Bote“ – sie liegt in der Geschäftsstelle an der Bahnhofstraße 6 aus – ein großes Kapitel gewidmet.

Zu den Gratulanten gehörten neben Bürgermeister Felix Schwaller auch Stadträte, Vertreter der Aiblinger und der Harthauser Feuerwehr, der St. Georgs-Kirche, des Alpenvereins und anderer Vereine. In diversen geselligen Runden saß man zusammen und feierte den beliebten Jubilar.

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