Bruckmühl – Es war eine akute Reparaturmaßnahme der Marktgemeinde Bruckmühl. Starkregen hatte im Herbst dazu geführt, dass das Schmutzwasser aus dem Kanal in der Heimatstraße über die Schächte aufstieg und sich auf der Straße ausbreitete. Nach einer Kamerabefahrung der Schmutzwasserleitung war schnell klar: Hier ist dringendes Handeln geboten.
Verstopfung
verursacht Aufstau
Eine alte Versiegelung des porösen Rohres hatte sich gelöst und die Verstopfung verursacht, die zum Aufstau des Schmutzwassers führte. Die Marktgemeinde veranlasste umgehend die Reparatur, der Gemeinderat stimmte den Kosten von 166000 Euro zu. Und nun endlich waren die Kanalsanierer der Firma Swietelsky-Faber aus Freilassing vor Ort. Die prüften nach einer Kanalspülung erneut mit der Kamera, ob alle Ablagerungen beseitigt sind und schickten dann ihren Roboter auf die Reise durch die Unterwelt. Josef Holzer erklärt das moderne Verfahren: „Zuerst wird mit dem Roboter ein Stahlseil im Kanal gespannt, das dann den etwa 1,5 Tonnen schweren Liner in die Leitung zieht.“ Der Liner besteht aus einer kunstharzgetränkten Glasfasermatte, die zwischen zwei Folien liegt. Als dieser auf der Länge von 100 Metern ausgelegt war, wurde er auf beiden Seiten „verkorkt“ und mit Luft aufgeblasen.
Ausgeklügeltes
technisches Verfahren
„Jetzt zieht der Roboter eine UV-Lampe durch den Liner, die den Kunstharz aushärtet“, beschreibt Holzer und zeigt am Computer die Live-Bilder aus der Unterwelt. Alle fünf Sekunden werden die Arbeiten dokumentiert, Temperatur, Druck und Dichte automatisch protokolliert. Diese Unterlagen und ein Probestück des Liners erhält der Auftraggeber nach Abschluss der Arbeiten. Die Sanierung dauerte einen ganzen Tag. Gegen 7 Uhr hatten die Freilassinger mit der Reparatur begonnen, kurz vor Mitternacht war der Kanal wieder dicht. Zuletzt wurden die Korken ausgebaut, der Liner auf Länge geschnitten. Gestern konnte die Überbrückungsleitung für den Kanal gekappt werden, hieß es schließlich: „Schmutzwasser marsch!“