„Weyarner Lied“ in Valley zu hören

von Redaktion

Musikalische Besonderheiten in der Zollingerhalle

Valley/Weyarn – Eine Weihnachts-Cantilena aus dem Kloster Weyarn hat hohe musikgeschichtliche Bedeutung: Der Augustiner-Chorherr Bernhard Haltenberger (1748-1780) vertonte den Text „O Wunder unerhört – wohl zu bedenken wert – Gott wird Kind auf der Erd“ für Sopran-Solo und Streichorchester. Sixtus Lampl hat dieses Werk im Notenfundus der Klosterkirche Weyarn entdeckt und schon mehrmals zur Aufführung gebracht.

Zusätzlich hat er diese Weyarner Noten exakt in dreistimmigen Volksgesang übertragen, der bisher in mehreren Weihnachtsmetten vorgetragen wurde. Daraus folgt eine verblüffende Erkenntnis: Die Volksmusik, die am Anfang des 19. Jahrhunderts entstand, ist letztlich eine Folge der Säkularisation der Klöster von 1803. Volkstümliche Musik, in den Klöstern gepflegt, wurde nach deren Auflösung von den Laien-Sängern übernommen und weitertradiert. Der Dokumentationsbeweis ist auf der Schallplatte erbracht, die als Anhang zu dem vor einem Monat erschienenen Band 8 „Klosterschätze – Literarische und musikalische Kostbarkeiten aus dem Augustiner-Chorherrenstift Weyarn“ erschienen ist: Zuerst mit Sopransolo und Streichorchester vorgestellt und unmittelbar danach von den Neukirchner Sängerinnen dreistimmig mit Zitherbegleitung vorgetragen. Weitere Beispiele gibt es auch aus den Gesangsheften der Musikschüler des Klosters Tegernsee. Das „Weyarner Lied“ wird im Konzert der Musica di Baviera am 29. Dezember um 15 Uhr in der Zollingerhalle in Valley zu hören sein. Die Gegenüberstellung der beiden Fassungen auf CD ist dem Band 8 „Klosterschätze“ beigefügt (www.geschichtskultur-weyarn.de).

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