Bad Feilnbach – Der Fischereipachtvertrag zwischen der Gemeinde Bad Feilnbach und dem örtlichen Fischereiverein wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates einstimmig um weitere zehn Jahre zu unveränderten Bedingungen verlängert. Dabei erhielt der Verein für seine Arbeit ausdrückliches Lob von allen Seiten.
Positive Worte fand auch Bürgermeister Anton Wallner (CSU): „Obwohl es vor 20 Jahren große Bedenken gab, hat sich das Ganze mittlerweile zu einem wahren Erfolgsmodell für die Gemeinde entwickelt. Das, was der Verein macht, ist Umweltschutz pur.“ Wallner verwies in diesem Zusammenhang auf die vielen kleinen Biotope und die hervorragende Jugendarbeit des Vereins. Auch aus seiner Sicht stünde einer Verlängerung nichts im Wege.
Bürgermeister spricht von Erfolgsmodell
Dieser Meinung waren nach eigenem Bekunden auch Christian Eder (Überparteiliche Wähler) und Josef Rauscher (CSU). „Jeder Euro ist hier gut angelegtes Geld“, stimmte Rauscher zu und betonte die Einmaligkeit des Seerosengartens. Auf dem idyllisch gelegenen Gelände hat der Verein schon viele Jahren Weiher gepachtet und vor allem Jungfische aufgezogen. Als sich vor rund fünf Jahren die Möglichkeit ergab, die dort stehende Hütte – früher ein kleines Café – zu erneuern und sie als Vereinsheim zu nutzen, legten die Mitglieder in diesem naturbelassenen Umfeld auch eine Aufzuchtanlage an (wir berichteten).
Dort wird nun auch die Brut von heimischen, bestandsgefährdeten Fischen wie Äschen, Nasen, Rutten oder Bachforellen aufgezogen. Die Fische werden später dann überwiegend in der Kalten im Aubach und im Jenbach ausgesetzt.
Ein weiteres Juwel hat der Verein am ehemaligen Auer Erdklärbecken im Weidmoos geschaffen. Vor rund 25 Jahren ebenfalls von der Gemeinde gepachtet, haben die Mitglieder dort eine Naturweiherlandschaft geschaffen, in der sie im vergangenen Frühjahr noch einmal kräftig Hand anlegten. Im Laufe eines Vierteljahrhunderts war dort ein naturnaher, dicht bewachsener Randbereich entstanden. Allerdings waren Zuläufe teilweise zugewachsen, umgebende Wiesen nicht mehr sicher vor Vernässung geschützt und vieles andere kaputt.
Die im Zuge der Maßnahmen erforderlichen Rodungen wurden von einigen Spaziergängern und Radlern zwar misstrauisch verfolgt, doch die Fischer räumten das Gelände frei, schütteten Außendämme auf, stellten ein Zulaufsystem für die Weiherlandschaft her und kümmerten sich um Neubepflanzung. Dies geschah mit dem Landesbund für Vogelschutz.
Entstanden ist ein Refugium für Brut- und Nisttiere samt Rückzugsgebiet für Jungfische. Mit Ausnahme der Südseite und des Mitteldammes wurde es zur Schutzzone erklärt, die auch die Fischer nur zu unbedingt notwendigen Pflegemaßnahmen betreten.