Bad Aibling – Der Bedarf an Pflegeeinrichtungen für Demenzkranke steigt immer weiter an, das Angebot kommt mit der Entwicklung kaum noch mit. Das konstatierte auch der Aiblinger Bauausschuss, der sich in seiner jüngsten Sitzung ausgesprochen froh darüber zeigte, dass neben dem Aiblinger Novalis-Haus nun eine stationäre Pflegeeinrichtung für Demenzerkrankte geplant ist.
Abteilung ist
bereits überfüllt
Das Seniorenheim an der Ghersburgstraße muss eigenen Angaben zufolge derzeit bereits entsprechende Einrichtungen abweisen: „Die Abteilung für Demenzkranke in der bestehenden Abteilung ist bereits überfüllt.“ Nun ist angedacht, diese Abteilung in das neu zu errichtende Pflegeheim auszulagern. Dieses soll laut Stadtbaumeister Andreas Krämer Platz für 44 bis 48 Betten bieten.
Da ein enormer Bedarf für die Versorgung demenzkranker Patienten zu erwarten sei, ist angedacht, das Pflegeheim mit fünf Vollgeschossen zu errichten. Das bestehende Novalis-Haus hat vier Vollgeschosse. „Da der Standort des neuen Pflegeheims jedoch topografisch niedriger liegt, sollten ortsplanerisch auch fünf Geschosse möglich sein, weil dann nachhaltig und platzsparend auch mittelfristig eine Versorgung von Alzheimer-Bewohnern in Bad Aibling sichergestellt werden könnte“, argumentiert der Bauwerber. „Ein viergeschossiger Bau würde nur bedingen, dass mittelfristig mit großem Aufwand erweitert werden müsste.“ Die frei werdenden Räume im bestehenden Gebäude sollen für Bedienstete umgebaut werden. Durch die Nähe zum Haupthaus entstehen dadurch Synergieeffekte. Beispielsweise ist angedacht, von der Küche des Haupthauses auch das Pflegeheim zu versorgen.
Dieter Bräunlich (ÜWG), Referent für soziale Angelegenheiten, bestätigte einen „Riesenbedarf in Oberbayern“ an derartigen Angeboten und verwies auf einen weiteren Anstieg aufgrund des „Riesenzuzugs“ im Raum Bad Aibling. „Auch diese neue Einrichtung wird in drei, sechs oder acht Monaten voll sein“, so seine Prognose. Den Bedarf sah auch Richard Lechner (SPD) als unbestreitbar an. Er bat aber darum, durch die Festsetzungen im Bebauungsplan zu sichern, „dass dort auch genau das entsteht, was hier vorgelegt wird, und nichts anderes.“
Seinen Vorrednern schloss sich Thomas Höllmüller (CSU) an. „Aber mir gefällt die Nähe zur Hangkante überhaupt nicht. Wir geben diese letztendlich auf. Man sollte prüfen, ob man das Gebäude weiter nach hinten verschieben kann. Vielleicht kann man auch das ziemlich flache Dach begrünen.“
Rudi Hofschneider (SPD) bezeichnete das fünfgeschossige Bauvorhaben als „ehrlich gesagt ganz schön massiv“. Vor allem aber sah er die Zufahrt mit einer Breite von drei Metern als problematisch, gerade für Feuerwehrfahrzeuge. Dies sei, so Krämer, im Bebauungsplanverfahren zu klären. Allerdings sehe das Landratsamt die Breite als ausreichend an, sofern zwei Ausweichbuchten geschaffen werden. Zu Hofschneiders Forderung, den Möschlweiher zu „reaktivieren“, meinte Bürgermeister Felix Schwaller: „Da müssen wir schauen, dass wir eine Möglichkeit finden.“
Gebäude von Hangkante abrücken
Der Bauausschuss empfahl dem Stadtrat letztlich einstimmig die Erweiterung des Bebauungsplanes „Kurgebiet beidseitig der Ghersburgstraße“. Es soll jedoch geprüft werden, ob das Gebäude von der Hangkante abgesetzt werden kann. Zudem ist die Nutzung als Pflegeheim dinglich zu sichern. Die Feuerwehrzufahrt muss zwingend 3,50 Meter breit sein. Im früheren Bereich des Möschlweihers ist zusätzlich eine Regenrückhalteanlage festzusetzen. Eine Begrünung des Daches sei wünschenswert, fügte der Bauausschuss noch hinzu.