Bad Feilnbach – Die Gemeinde Bad Feilnbach wird als 14. Kommune im Landkreis Rosenheim am Energieeffizienznetzwerk der Region Rosenheim-Traunstein teilnehmen – das hat der Gemeinderat jetzt mit zwei Gegenstimmen entschieden.
Prof. Dr. Dominikus Bücker vom Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) in Rosenheim stellte den Gemeinderäten das Konzept vor. Dabei möchte die Technische Hochschule Rosenheim (TH) in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Rosenheim ein regionales Energieeffizienznetzwerk für Kommunen gründen.
Einsparpotenziale identifizieren
Die Vorteile für die Kommunen, die sich an dem Netzwerk beteiligen, lassen sich kurz zusammenfassen: Potenziale erkennen, Maßnahmen umsetzen und damit Energieverbrauch und CO²-Ausstoß reduzieren, hieß es. „Nach einer Analyse der energetischen Situation erfolgt eine Identifikation der Einsparpotenziale und daraus wieder eine Maßnahmenliste“, so Bücker.
Dem folgen dann Zielfestsetzung und Maßnahmenumsetzung. Viele dieser Maßnahmen, so der Referent, seien gering investiv und können direkt umgesetzt werden. Beispiele seien die Anpassung der Heizungsregelung, energieeffiziente Bürotechnik, Thermostatventile oder sukzessiver Leuchtentausch. Anders sieht es bei Schwerpunktmaßnahmen aus, wie die Installation einer Fotovoltaikanlage auf kommunalen Dächern oder der Aufbau und die Erweiterung einer Nah-/Fernwärmeversorgung.
„Was hat die Kommune nun von der Teilnahme?“, stellte Bücker in den Raum und beantwortete die Frage sogleich: „Einsparpotenziale werden erkannt, bewertet und eine Umsetzung, sofern gewünscht, geplant. Es gibt einen aktiven Erfahrungsaustausch mit gleichgesinnten Kommunen und umfangreiche Informationen durch Fachexperten in Richtung Energieeffizienz, Klimaschutz und Fördermittel. Am Ende steht damit aber eine signifikante Reduktion des CO²-Ausstoßes“, so Bücker.
Förderanteil liegt
bei 60 Prozent
Das Vorhaben ist auf drei Jahre begrenzt und wird mit 60 Prozent durch das Bundesumweltministerium gefördert. Der Eigenanteil der Kommune liegt hier bei 6500 Euro im ersten Jahr und je 6000 Euro in den beiden Folgejahren. Inbegriffen sind vierteljährliche Netzwerktreffen.
„Wie können wir hier die Allgemeinheit mitnehmen?“, wollte Josef Rauscher (CSU) wissen. „Die Gemeinde kann eine Beispielfunktion ausüben“, meinte Bücker und erinnerte an eine Zusammenarbeit in einem Nahwärmenetzwerk. Dr. Balthasar Spann (CSU) sähe das Netzwerk gerne eingeschaltet, wenn es um neue Bebauungsgebiete geht. Martin Huber (CSU) wünschte sich eine umfassende Information über Bauen mit Holz und Christian Eder (Überparteiliche Wähler) meinte, die positiven Fakten hieraus könne man dann ja auch durchaus auch im privaten Bereich nutzen.
Von Netzwerk
profitieren
Bürgermeister Anton Wallner war ebenfalls positiv gestimmt und meinte, die Nähe zur Rosenheimer Hochschule solle man unbedingt nutzen und könne explizit hier auch noch von einem Netzwerk profitieren.