Verwaltung zieht in Wolldeckenfabrik um

von Redaktion

2020 beginnt Generalsanierung des Rathauses – Das sind die Pläne im Detail

Bruckmühl – Die Generalsanierung und Aufstockung des Rathauses samt großvolumigen Anbaus mit Kosten von 15,9 Millionen Euro hat der Bruckmühler Marktgemeinderat in seiner November-Sitzung mit einem 21:1-Stimmenentscheid auf den Weg gebracht (wir berichteten).

Zukunftsorientiert

um- und ausbauen

Aufgrund der Tatsache, dass in den vergangenen Jahren immer nur das Nötigste am Gebäude aus den 50er-Jahren gemacht und dabei viel mit frischer Farbe bestehende Mängel – wie undichte Fenster oder unebene Böden – oft nur „übertüncht“ wurden, war sich das Plenum einig, dass „hier jetzt was passieren muss, und zwar zukunftsorientiert“. Im Schulterschluss des Münchener Architekturbüros, der Gemeindeangestellten und der Rathausleitung wurde seit Februar in zahlreichen Planungssitzungen der reale Raumbedarf detailliert ermittelt. Unter dem Motto „Ein Dach, ein Rathaus“ lag der Fokus auf der Schaffung von zukunftsfähigen Räumen, die den Ansprüchen einer modernen Verwaltung entsprechen, und die mit Bürgerbüro oder Barrierefreiheit gleichzeitig bürgerorientiert ausgerichtet sind. Diese Zielvorgabe wird in mehreren Schritten realisiert. Schritt eins: Das bestehende Gebäude wird im Rahmen einer Generalsanierung entkernt und saniert. Dazu werden unter anderem die Fenster und Böden ausgetauscht, neue Leitungen verlegt und Wärmedämmmaßnahmen umgesetzt.

Neubau als bürgernahes Element

Im zweiten Schritt erfolgt eine Aufstockung des Altbestandes um ein komplettes Stockwerk mit deutlich flacherer Dachgestaltung. Dadurch wird ein Raumzuwachs von 580 Quadratmetern erzielt. Durch dieses Mehr an Fläche können künftig die einzelnen Fach- und Sachbereiche der Gemeindeverwaltung räumlich sinnvoll aufeinander abgestimmt werden, wodurch die Dienstleistungen aufgrund direkterer Verwaltungswege effizienter werden.

Als Drittes folgt der großzügige dreigeschossige Anbau mit insgesamt 1131 Quadratmetern Raum auf der Südseite des bestehenden Verwaltungsgebäudes. Dieser neue Trakt wird „das neue bürgernahe und zentrale Element“ des Rathauses. Die Architektur wird dabei vom Altbestand aufgenommen und harmonisch fortgeführt. Dies gilt unter anderem für die Fensterachsen.

Der neue Eingangsbereich im Erdgeschoss ist barrierefrei und führt direkt ins neue Bürgerbüro mit Wartebereich. Hier können alle wichtigen Bürgerbelange an einem zentralen Ort bearbeitet werden. Im Untergeschoss des Anbaus finden die heimatkundliche Sammlung, das Vereinsmuseum und das Archiv Platz.

Im ersten Stock dominiert der etwas größer dimensionierte und nach Westen leicht abgesetzte Sitzungssaal.

Im obersten Stockwerk sind der Trauraum und ein Besprechungsraum geplant. Im ersten und zweiten Stock weisen die Planungen jeweils eine kleine Terrasse zur Rathausstraße aus. Der „Turm“ über dem jetzigen Eingangsbereich wird nach heutigem Stand wegfallen, der jetzige Haupteingang zum Eingang für die Verwaltungsmitarbeiter umgestaltet.

Bis Ende März 2020 soll die Entwurfsplanung dem Marktgemeinderat vorgelegt werden. Parallel dazu wird im Januar mit dem Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplanes begonnen. Voraussichtlich im Mai soll der Bauantrag beim Landratsamt Rosenheim eingereicht werden.

Ausziehen, umziehen, einziehen, fertig!

Für die zweite September-Hälfte 2020 ist die Auslagerung der Verwaltung in das Ausweichquartier vorgesehen. Während der Bauphase wird die komplette Gemeindeverwaltung nach dem Motto „einmal ausziehen, einmal umziehen, einmal einziehen und fertig“ in die ehemalige Wolldeckenfabrik umziehen.

Im Oktober 2020 sollen die Arbeiten im Gebäudebestand des Rathauses beginnen. Der Anbau und das neue Dachgeschoss werden im Frühjahr 2021 erstellt. Die Fertigstellung erfolgt voraussichtlich Mitte 2022.

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