Gepflegte kulinarische Vielfalt zum Fest

von Redaktion

Was die Bad Aiblinger zu Weihnachten bei ihren Einzelhändlern ordern und kaufen

Bad Aibling – Gänsebraten, Rehrücken, Karpfen, Lachs, Würstl oder ganz vegetarisch? Die kulinarischen Vorlieben und Traditionen an Heiligabend sind in den heimischen Küchen so unterschiedlich wie überall auf der Welt. Und doch wollten wir es genauer wissen: Gibt es den „klassischen Klassiker“, gibt es Trends oder Besonderheiten, die die Aiblinger Einzelhändler anhand der Anfragen feststellen?

Erste Überraschung im Aiblinger Fischladen: „Wild ist bei uns sehr gefragt“, sagt Chef Fernando De Sena. Überraschend allerdings nur auf den ersten Blick, denn die Kunden wissen: Wenn es hier Wild gibt, dann kommt es überwiegend frisch aus heimischer Jagd, aus dem Ebersberger Forst, Ruhpolding oder Kreuth.

Doch ob Fisch, ob Fleisch: Zubereitungstipps gibt es bei De Sena auf Nachfrage inklusive. Bei den Fischen ist in der Tat der Karpfen zum Fest sehr gefragt. „Ohne Karpfen wird’s Weihnachten nie geben“, ist sich der Fischkenner sicher. Zu den Klassikern gehören aber auch Lachs, Thunfisch, Seeteufel, Jakobsmuscheln, Wildfanggarnelen, Königskrabben oder Langusten. „Auch Stör-Kaviar und Octopuscarpaccio sind ziemlich gefragt“, sagt De Sena. Ohne Fisch auch bei ihm kein Heiligabend: „Bei mir wird es Thunfisch geben.“ Wie er ihn zubereitet? „Roh. Als Tatar, Sushi oder Sashimi.“

Mit dem Weihnachtsgeschäft durch ist Peter Berghammer seit vergangenem Freitag. Wie berichtet, hat er sein „Aiblinger Käsehaus“ nach 21 Jahren geschlossen. Doch war die Nachfrage vor dem Fest noch groß. Vor allem Käse für Raclette und Käsefondue hat er in großen Mengen noch geschnitten und vakuumiert. Seine Spezialitäten fanden bis zum letzten Tag viele Abnehmer.

Er selbst lässt es ruhig angehen an Heiligabend: „Da gibt’s nicht mehr oder weniger als sonst. Es geht ja ned hauptsächlich um’s Essen. Das ist ein Tag zum Gedenken. Mir glangt da a Scheibn Kletznbrot. A Glaserl Roter derfs dazua scho sei.“

Mit seinen hausgemachten Wurstwaren punktet Metzgermeister Anton Hausberger bei seinen Kunden – nicht nur an Weihnachten, aber zum Fest eben in besonderem Maße. Beim Fleisch greifen die Kunden zu Heiligabend aber auch gern zum Filet vom Schwein oder Rind. Er selbst hält es traditionell mit Würstln, die es bei seiner Mutter an Heiligabend gibt, während seine Frau Ingrid bei ihren Eltern Raclette genießt, bevor beide den Abend dann gemeinsam auf dem Sofa ausklingen lassen. „Wir haben in diesen Tagen und Wochen so viel zu tun, dass keinem mehr nach Kochen zumute ist“, sagen die beiden.

Dem Team an der Theke geht es da genauso, und so sind Rosi Buschak, Ingrid Schindecker, Gina Stieglitz und Hanni Franke auch froh, entweder zu Rouladen oder Rindsbraten eingeladen zu sein oder aber in entspannter Runde Raclette genießen zu können.

Kunden des Metzgers machen es anders

Metzgermeister Martin Winkler von der gleichnamigen Metzgerei meint: „Von meinem Warenangebot her habe ich jeden Tag Weihnachten, da plane ich für Heiligabend nichts extra.“ Bei seinen Kunden dagegen sind neben Enten und Gänsen aber Schweine- und Rinderfilet oder Geräuchertes besonders gefragt.

„Man könnte meinen, dass es heuer fast überall Rinderrouladen gibt. Oder Weißwürst‘“, schmunzelt Barbara Loidl angesichts der Bestellungen in der Metzgerei Loidl im Weihnachtsgeschäft. Bei ihr zuhause wird es – zum ersten Mal nach sehr langer Zeit – Raclette geben. „Da kann man auch gut das drauflegen, was bei uns so übrig bleibt.“

Artikel 1 von 11