Vagen – Heute ist Heiligabend und Margit Baumann hat alle Hände voll zu tun: „Heute bin ich gleich zweimal im Amt“, erzählt die 41-Jährige, die seit drei Jahren Mesnerin in der Vagener Mariä-Himmelfahrt-Kirche ist. „Bei der Kindermette um 16 Uhr und der Christmette um 22 Uhr, in der Heiligen Nacht ist die stade Zeit eben nicht wirklich ganz so ruhig.“ Nichtsdestotrotz genießt die 41-Jährige die Momente zwischen den beiden Metten mit ihrer Familie: Mit den Omas und dem Opa wird ganz traditionell bei Würstchen und Kartoffelsalat das Weihnachtsfest gefeiert.
Geburtstagsfeier
am 26. Dezember
Ihre Familie, das sind ihr Mann Klaus (49), Leo (9), Theresa (11), Michi (15) und Magdalena (17) – alle stehen hinter ihr: So bereitet beispielsweise ihr Mann „gerade nach den Sonntagsgottesdiensten, für alle das späte Frühstück.
Und auch die Kinder sind aktiv an Mamas Seite: Alle vier Kinder sind nicht nur Ministranten, sondern auch immer eine große Hilfe. So etwa beim Holen der beiden Christbäume für die Vagener Kirche Mitte Dezember. Gemeinsam war Baumann mit Sohn Michi, dessen Freund Karl und Matthias Danner von der Vagener Kirchenverwaltung unterwegs. Heuer hat Renate Gloggner die beiden Bäume aus ihrem Garten gespendet.
Wenn Margit Baumann an das bevorstehende Weihnachtsfest denkt, dann gehören für sie Kerzenschein und kalte, frische Luft, Spaziergänge, Zeit mit der Familie, den Christbaum im Wald selber aussuchen und nach Hause tragen, Plätzchenduft und kuscheln am Ofen dazu. „Ich mache mir Gedanken über die Geschenke für die Familie und die Freunde.“ Und neben den Weihnachtsfeierlichkeiten wird auch noch Geburtstag gefeiert: „Der meiner Mutter am 26. Dezember“, so die Mesnerin.
Gern erinnert sie sich an ihre eigene Kindheit: „Ich bin katholisch erzogen worden, aber nicht streng“, sagt sie und schmunzelt. Damals habe sie immer bei ihrer Oma den Christbaum schmücken dürfen. Auch im Vorfeld des Heiligen Abends muss Baumann viele Dinge organisieren, damit alles wie geplant abläuft. „Ich schmücke die beiden Christbäume im Altarbereich ganz traditionell mit Kugeln und Strohsternen, stelle die vielen Sitzbänke für das Kinderkrippenspiel auf, bette das Christkind in die hölzerne Krippe, kontrolliere, ob genug Kerzen in der Sakristei sind und bin auch an den Proben für die Kindermette dabei“, erzählt sie und man merkt ihr dabei an, mit wieviel Herzblut und Engagement sie ihr Kirchenamt versieht. Morgens und abends, winters wie sommers, muss sie die Kirchenpforte auf- und zusperren, auch das gehört zu den vielfältigen Aufgaben einer Mesnerin.
„Das Mesner-Amt bietet mir die Möglichkeit, in Wohnortnähe zu arbeiten, einen engen Kontakt zu den Dorfleuten zu pflegen und ein Amt fortzuführen, das für mich traditionell zur Kirche gehört. In unserer schnelllebigen Zeit finde ich es sehr wichtig, dass Werte und alte Traditionen nicht verloren gehen und bewahrt werden“, erzählt Margit Baumann.
Albe herrichten und
Kerzen anzünden
Ist sie Gott denn ganz nah, wenn sie vor dem Gottesdienst alle Vorbereitungen trifft? „Bei den Vorbereitungen zur Messe bin ich ganz in meinem Beruf als Mesnerin. Da wird die Albe für den Pfarrer hergerichtet, die Ministrantengewänder ausgegeben, die Kerzen angezündet und das Messbuch aufgeschlagen. Nach der Messe ist für mich dann die Zeit, um Gott ganz nah zu sein. Wenn alles wieder aufgeräumt und an seinem Platz ist, dann stehe ich gerne noch ein paar Minuten in der Stille des Kirchenschiffs“, so Baumann.
Für das Weihnachtsfest wünscht sich die Vagener Mesnerin, dass „es ein harmonisches Fest wird, wie die Jahre zuvor. Und dass alle Menschen so feiern können, wie sie es sich selber erhoffen“.