Im richtigen Moment war‘s „dumpa“

von Redaktion

Besucher aus dem ganzen westlichen Landkreis beim „Weihnachtslieder selber singen“

Mietraching – „Alle Jahre wieder“ ist nicht nur der Titel eines bekannten Weihnachtsliedes, sondern gilt auch für die Veranstaltung „Weihnachtslieder selber singen“, angeboten vom Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern und dem Mangfall-Boten Bad Aibling. Sie fand – nach vielen Jahren in Bad Aibling – am Samstag bereits zum dritten Mal in Mietraching statt.

Anders als in den Vorjahren war das Wetter diesmal mit kräftigen Regenschauern wenig einladend. Die Verantwortlichen um „Chef-Organisator“ Hubert Weigl, der mit seiner Frau Hildegard und Diether Fraunholz viele Stunden mit Vorbereitung und Durchführung des Singens beschäftigt war, entschlossen sich daher nach kurzer Beratung mit Ernst Schusser und Eva Bruckner vom Volksmusikarchiv, die etwa 70 sangesfreudigen Besucher, die nicht nur aus Mietraching selbst, sondern aus dem ganzen westlichen Landkreis gekommen waren, im Inventar-Stadl des Stopselclubs unterzubringen.

Dort ließ es sich nicht nur gut aushalten, auch die Stimmen sowie das Akkordeon von Schusser und die Gitarre von Bruckner kamen ob der etwas ungewöhnlichen, aber doch guten Akustik ganz gut zur Wirkung. „Diejenigen, de foisch singan, solln laut singa, dann moant der Nachbar, des is richtig und hängt si dro“, ermunterte Schusser.

Offensichtlich sangen nicht sehr viele „foisch“, denn die Töne wurden, auch dank der instrumentalen Unterstützung allseits gut getroffen. Dass die Veranstaltung einen festen Platz im vorweihnachtlichen Kalender vieler Besucher hat, zeigte sich daran, dass sie die grünen Liederhefte aus den Vorjahren bereits mitgebracht hatten. Sie konnten aber auch an Ort und Stelle günstig erworben werden.

Eine knappe Stunde wurde fleißig gesungen, die einzelnen Lieder wurden von Ernst Schusser zumeist humorvoll vorgestellt. Bei „Oh Tannenbaum“ fehlte natürlich der aus Kindertagen beliebte, aber von den Eltern nicht so gern gehörte Reim, „da Nikolo geht Äpfe klaun“ nicht, und so ließ es sich noch leichter singen. Zur Auflockerung durften sich die Sänger zwischen den Strophen auch mal in der Kunst des Pfeifens üben oder sich, wie bei „Kling Glöckchen, klingelingeling“, im Kreis drehen.

Zum letzten Lied „Es wird scho glei dumpa“ hatte Schusser dann noch eine Anekdote parat: Er verriet, dass tags zuvor in Rosenheim bei genau diesem Lied die Beleuchtung ausgefallen war. Wie von Zauberhand geschah dies auch kurz in Mietraching, worauf der Volksmusikpfleger mit den Worten „Der Unterschied is grod, dass z‘Miadakin im Gegensatz zu Rousnhoam as Liacht wieder ogeht“, die Mietrachinger stolz zum Lachen brachte.

Schusser bedankte sich bei allen, hatte noch ein Lob für den scheidenden Bürgermeister Felix Schwaller parat, der an allen bisherigen Singen teilgenommen hatte und bat ihn, auch an seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin weiterzugeben „dass ma do higeh soll“.

Bei Glühwein, Kinderpunsch, Weihnachtsgebäck und belegtem Baguette ließen alle den Nachmittag dann geruhsam und besinnlich ausklingen.

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