Irschenberg – Der unbeliebteste Parkplatz Deutschlands wurde seinem Ruf wieder einmal gerecht. An der Autobahneinfahrt Irschenberg zogen Schleierfahnder verdächtige Fahrzeuge heraus und überprüften sie am Parkplatz Eulenauer Filz.
Darunter befanden sich auch zwei rumänische Männer, die behaupteten, original verpackte 15 Notebooks, zehn Uhren, sechs Tablets, einen Computer und diverse Kopfhörer und Spielkonsolen im Wert von über 11000 Euro auf einem Flohmarkt erstanden zu haben. Schon bald allerdings gestanden die beiden, dass sie die Waren von einer rumänischen Diebesbande in Stuttgart zu einem Drittel des Warenwertes angekauft hatten. Durch diese Aufklärungshilfe konnte die Bande ermittelt und festgenommen werden, die Ware ging an das Kaufhaus zurück.
Vorwurf nicht
aufrechterhalten
Der ursprüngliche Vorwurf der Banden-Hehlerei konnte vor Gericht nicht aufrechterhalten werden, da die Täter zu diesem strafschärfenden Umstand mindestens zu dritt hätten sein müssen. Der Staatsanwalt machte dem 31-jährigen Täter zum Vorwurf, dass er bereits einen Raubzug durch Belgien, Frankreich und England getätigt hatte, wo er überall zu Bewährungsstrafen verurteilt worden war. Deshalb plädierte er für eine Gefängnisstrafe von 22 Monaten ohne Bewährung. Der vier Jahre ältere Mittäter, der angeblich erst in Deutschland erfahren hatte, dass hier mit Diebesgut gehandelt werde, sollte mit 16 Monaten Haft auf Bewährung davonkommen.
Der Verteidiger des Hauptangeklagten, Rechtsanwalt Dr. Manuel Lüdke, verwies darauf, dass die Vorstrafen seines Mandanten lange zurücklägen. Er verwies auf dessen Aufklärungshilfe und beantragte zwölf Monate Haft auf Bewährung. Rechtsanwältin Isabella Komm, die den Mittäter verteidigte, beantragte für ihren Mandaten das gleiche Strafmaß. Das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Stefan Tillmann verwies darauf, dass es im Falle von Ausländern, die zum Zweck von Straftaten nach Deutschland einreisen, normalerweise keine Aussetzung einer Strafe zur Bewährung gebe. In diesem Fall wäre es einzig die erfolgreiche Aufklärungshilfe, die eine Bewährungsstrafe möglich mache. Der Haupttäter wurde dabei mit 22 Monaten Gefängnis, der Mittäter mit 14 Monaten Haft belegt. Beide konnten anschließend die Heimreise antreten.au