Bruckmühl – Wlan, Firewall, Patchkabel, Dokumentenkameras, PC, Monitore und Notebooks sollen im neuen Jahr an der Justus-von-Liebig-Schule und der Holnstainer Grundschule installiert werden. Die Bestell-Liste ist lang und genau auf die Bedürfnisse der Schulen abgestimmt. Die Pädagogen haben sich Gedanken darüber gemacht, wie sie ihren Unterricht mit digitaler Technik zukunftsorientierter und spannender machen können, ihre Wünsche und Argumente in Medienkonzepte einfließen lassen.
Digitale Klassenzimmer
Die Marktgemeinde hat diese zum Fördermittelantrag gepackt und nun steht fest: Mehr als 750000 Euro wird der Markt Bruckmühl in die Digitalisierung der beiden Schulen investieren. Aus dem Förderprogramm des Freistaates „Digitalbudget für das digitale Klassenzimmer“ gibt es dafür einen Zuschuss von 74000 Euro, weitere 335000 Euro kommen aus dem „Digitalpaket Schule“ des Bundes.
Mit dem neuen Schuljahr aber spätestens Ende des Jahres 2020 sollen die Schüler dann schon mit der neuen Technik arbeiten können. Was das genau bedeutet, erklärt der 13-jährige Vitus Maier aus der Klasse 7 a der Justus-von-Liebig-Schule, denn er arbeitet schon mit einem Activ Panel. Und da Kinder sich mit moderner Technik besser auskennen als Erwachsene, ist es für ihn kein Problem, den Computer vorzuführen. Ob mit dem Stift, den Fingern oder per Bildschirm-Tastatur – der Activ Panel lässt sich auf verschiedene Arten bedienen. „Er funktioniert wie ein ganz normaler PC“, erklärt Vitus. Für den Unterricht eröffnet er ganz neue Möglichkeiten und begeistert Schüler und Lehrer gleichermaßen. „Wir können viele Informationsquellen nutzen, den Unterricht ganz spontan mit Dokumentarfilmen, Bildern oder Audiodateien ergänzen“, erklärt der 13-Jährige. Zudem können die Schüler in zahlreichen online-Medien nachschlagen oder ihre Schulbücher in e-book-Version durchblättern. Der Active Panel ermöglicht zudem eine bessere Vor- und Nachbereitung des Unterrichts. Tafelbilder können als Unterrichtssequenzen gespeichert und wiederverwendet werden – und in der nächsten Stunde geht es genau an dieser Stelle weiter. Auch im Falle von Vertretungsstunden finden Lehrer sofort den roten Faden. Arbeitsblätter werden am Bildschirm ausgefüllt.
Der Monitor kann digital oder wie eine traditionelle Tafel benutzt werden. Statt mit Kreide wird mit Stiften geschrieben.
Das Tafelbild
einfach speichern
Statt mit Wasser und Schwamm wird die Tafel mit Spray und feinem Tuch gereinigt. „Und das beste daran: Die Schüler können mit Apps arbeiten, die auf die Acitve Panels abgestimmt sind“, ist Rektorin Arabella Quiram von den neuen Möglichkeiten begeistert. „Die Ersparnisse sind enorm: Ausgedruckte Arbeitsblätter, Wortkarten oder Folien braucht es künftig nicht mehr.“ Trotzdem werden die Schüler weiterhin mit Heften und nicht mit iPads arbeiten. „Wenn man etwas schreibt, kann man es sich viel besser merken“, erklärt Vitus. Und auch die eigene Handschrift prägt sich aus. Mit Dokumentenkameras können die Schülerhefte dann am Monitor gezeigt werden.
Kommunikation
wird noch besser
„In der gesamten Schule und in allen Fachräumen sollen bis Ende 2020 diese Active Panels in Form von aufklappbaren Tafeln stehen“, freut sich Rektorin Arabella Quiram auf das neue digitale Zeitalter in ihrem Hause. Damit fallen alte Röhrenfernseher, Beamer, Overheadprojektoren, CD-Player oder Kassettendecks weg. „Es wird Platz gespart. Das Raumklima verbessert sich. Und die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern wird intensiver.“
In einem zweiten Schritt wird auch der Kontakt zwischen Eltern und Schule digitalisiert – nicht mehr nur per E-Mail, sondern auch per App.
Die Weichen für die digitale Offensive an den Bruckmühler Schulen sind gestellt. Voraussetzung dafür ist ein schnelles Internet. Dafür müssen bis zum neuen Schuljahr die Glasfaserkabel verlegt werden.