Tuntenhausen – Dass der Edeka-Markt in Tuntenhausen so gut angenommen werden würde, hätte 2017 noch keiner gedacht. Damals investierte die Eder Familien Holding auf ihrem Grundstück und schuf einen 1200 Quadratmeter großen Markt.
Umsatzstarker
Einkaufsstandort
Irmgard Zäuner zog mit ihrem kleinen Edeka-Markt von Ostermünchen in den großen Markt nach Tuntenhausen um und schon ein Jahr später war in der Branche bekannt: Der Standort Tuntenhausen ist erstaunlich umsatzstark. „Der Ansturm auf den Markt ist so groß, dass Edeka schon nach einem Jahr anfragte, ob eine Erweiterung möglich sei“, sagt Gregor Ries, Geschäftsführer der Eder GmbH. Nicht nur die Lage des Marktes ist ideal: mitten im Dorf, direkt neben dem Baumarkt, mit einem gemütlichen Marktcafé, ausreichend Parkplätzen und einer bequemen fußläufigen Verbindung in den Ortskern. Auch das 50-köpfige Edeka-Team ist bei den Kunden beliebt: „Inhaberin Irmgard Zäuner und ihre Kollegen führen den Markt mit viel Liebe und Engagement. Das ist wirklich beeindruckend“, beschreibt Ries. Auch das Mutterhaus – die Edeka Südbayern – würdigte das und zeichnete den Tuntenhausener Markt 2019 als den besten Edeka-Markt Deutschlands in der Kategorie „Selbstständiger Einzelhandel bis 1200 Quadratmeter“ aus. Trotzdem stößt Irmgard Zäuner an räumliche Grenzen: „Der Markt ist zu eng geworden. Wir sind am absoluten Limit.“ Die Lagerflächen reichen nicht mehr aus.
Mehr Platz für
Einkaufserlebnis
Um Service und Einkaufserlebnis zu verbessern, würde die Einzelhandelsexpertin gern das komplette Sortiment erweitern, die Waren noch ansprechender präsentieren, viel mehr Aktionen machen und auch die Kapazität des Marktcafés mit mehr Sitzplätzen und einer größeren Küche erweitern. Etwa 400 Quadratmeter mehr würden für den Edeka-Markt gebraucht. Eine Verlängerung des Gebäudes wäre auf der rechten Seite – im Anschluss an das Marktcafé – problemlos möglich. Die Eder Familien Holding ist bereit, zu investieren. Der Gemeinderat steht den Plänen positiv gegenüber.
Keine Erweiterung,
dafür Getränkemarkt
Als Argument für die Markterweiterung sieht der nicht nur die rege Bautätigkeit und das kontinuierliche Wachstum der Einwohnerzahlen, sondern auch das Nahversorgungskonzept der Gemeinde, das im Juli von der Cima Beratungs und Management GmbH aus München vorgestellt wurde, deutliche Defizite in der Nahversorgung und großes Potenzial zur Weiterentwicklung aufdeckte. Bürgermeister Georg Weigl hat in der Regierung Oberbayern vorgefühlt, ob es für die Edeka-Erweiterung im „Unterzentrum“ Tuntenhausen eine Genehmigung geben könnte. Leider nicht, so die Information aus München. „Die maximal mögliche Verkaufsfläche wird aufgrund der Einwohner im Nahbereich – derzeit 7150 Einwohner – errechnet“, erläutert Verena Gros, Pressesprecherin der Regierung von Oberbayern. „Die landesplanerisch mögliche Verkaufsfläche des Edeka-Marktes ist schon erreicht.“ Doch es gibt einen Kompromissvorschlag. „Auf der Suche nach Lösungen wurde mit der Gemeinde darüber gesprochen, dass zusätzlich zum bestehenden Markt ein separater Getränkemarkt bis zu einer Verkaufsfläche von rund 530 Quadratmetern möglich wäre.“
Die ausgelagerte Extrafläche aber löst das logistische Problem nicht, weil allein die Verschiebung der Getränke in ein externes Gebäude den zusätzlichen Platzbedarf im Markt nicht schaffen könnte.
Noch keine Lösung für das Platzproblem
„Sinn machen würde eine Verlängerung des Gebäudes, um den Markt insgesamt zu vergrößern“, erklärt Irmgard Zäuner. Diesbezüglich noch einmal bei der Regierung in Oberbayern nachgefragt, erklärt Verena Gros: „Der Getränkemarkt könnte auch an den bestehenden Markt angebaut werden, müsste aber ein rechtlich selbstständiger Betrieb sein.“
Auch Discounter will
nach Tuntenhausen
„Wir sind auch mit Aldi in Verhandlungen, die hier gern einen Markt mit rund 1200 Quadratmetern Fläche eröffnen würden“, informiert Gregor Ries. Auch diese Investition würde die Eder Familienholding stemmen, denn „wir sind an einer geordneten und verbraucherfreundlichen Entwicklung des Einzelhandelsstandorts interessiert“, so Ries. Erste Entwürfe verorten den Aldi-Markt dort, wo sich derzeit die Eder-Parkplätze befinden. Auch der neue Markt wäre also über die vorhandene Zufahrt zum Gelände des Eder-Baumarktes und des Edeka-Marktes zu erreichen. „Wir würden damit eine nochmalige Mehrfrequentierung auslösen, von der auch Edeka profitieren würde“, betont Ries. Der Gemeinderat habe sich zur Ansiedlung des Aldi-Marktes noch nicht endgültig positioniert, informiert Bürgermeister Weigl auf Anfrage. „Da sind wir noch in der Meinungsbildung.“
Regierung gibt
grünes Licht
„Für Tuntenhausen könnte etwas Positives entstehen“, betont Eder-Geschäftsführer Gregor Ries. „Wir haben den Investor, die Betreiber und die große Nachfrage in der Bevölkerung.“
Insgesamt könnte am Standort Tuntenhausen also eine Einzelhandelsfläche von 2830 Quadratmetern entstehen – 1200 Quadratmeter im Edeka-Markt, 530 im Edeka-Getränkemarkt und 1200 Quadratmeter im Aldi-Markt. Damit gebaut werden kann, muss nun der Bebauungsplan geändert werden. Und vor allem muss die Regierung Oberbayern den Plänen zustimmen. Doch die Zeichen stehen gut: „Die Ansiedlung eines zusätzlichen Marktes in der Gemeinde wäre bis zu einer Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern grundsätzlich möglich“, informiert Verena Gros auf Anfrage des Mangfallboten.
Märkte werden
Tür an Tür liegen
Und er dürfte sogar am Standort Tuntenhausen gebaut werden, wie die Regierung Oberbayern erläutert: „Die Ansiedlung könnte auch in unmittelbarer Nachbarschaft des Edeka erfolgen. Sollten dann jedoch zusammen mit dem bestehenden Edeka-Markt insgesamt drei Einzelhandelsmärkte in unmittelbarer Nähe vorliegen, müsste geprüft werden, ob dann möglicherweise eine sogenannte Agglomeration (Ballungs- oder Verdichtungsraum – A.d.R.) entstünde, die in Tuntenhausen nicht zulässig wäre.“