Bruckmühl – Der Wahlabend war spannend bis zur letzten Sekunde. Würde die CSU ihre absolute Mehrheit im Marktgemeinderat verlieren oder sie weitere sechs Jahre behalten? Erst der letzte ausgezählte Stimmbezirk brachte die Entscheidung. Die CSU/PW hat es geschafft. Sie bleibt mit zwölf Mandaten und Bürgermeister Richard Richter – also insgesamt 13 Stimmen – in der absoluten Mehrheit. Noch steht Richard Richter zwar als Gemeinderat mit dem Topergebnis von 7368 Stimmen in der offiziellen „Gewählten“-Liste. Da er mit 72 Prozent der Stimmen zugleich zum Bürgermeister gewählt wurde, rückt Georg Ziegltrum in den Gemeinderat nach. Der CSU-Ortsvorsitzende ist stolz auf das Wahlergebnis: „Wir haben 50,8 Prozent der Wähler erreicht. Das ist für die großen Parteien gar nicht mehr so einfach und deshalb ein großer Erfolg für uns.“ Die harmonische und sachbezogene Arbeit des Gemeinderates hätten die Wähler überzeugt, betont er. Zudem habe der Bürgermeister einen großen Bonus bei den Bruckmühlern: „Richard Richter ist sehr beliebt, weil er engagiert und immer für die Menschen erreichbar ist, wenn sie ihn brauchen.“ Mit Juliane Grotz, Christian Kastl und Harald Höschler zogen auch drei neue CSU-Kandidaten in den Gemeinderat ein. Höschler schaffte es mit den Stimmen von 4379 Bruckmühlern von Listenplatz 23 auf Platz vier und wird im Rat künftig auch das Ortskartell Bruckmühl vertreten. Kastl ist der Vorsitzende des Ortskartells Heufeld, Grotz die Vorsitzende der Frauen-Union Bruckmühl. So werden über den Gemeinderat die Interessen der Vereine künftig noch stärker vernetzt und vertreten sein. „Die Vielfalt der Vereine ist groß. Sie sorgen dafür, dass Bruckmühl eine so aktive Gemeinde ist. Und das wollen wir erhalten“, blickt Juliane Grotz auf ihr neues Ehrenamt. Die Zahl der Frauen im Marktgemeinderat stieg von bislang fünf auf nunmehr sieben. Zu den fünf neuen Damen gehören neben Juliane Grotz auch Maria Weber (OLB) sowie Kirsten Klein, Simone Fleige und Monika Mager von Bündnis 90/Die Grünen. Die meisten Stimmen unter den Frauen erreichte die Tierärztin Mager, die auf Anhieb 5269 Stimmen auf sich vereinte und damit auch das drittbeste Ergebnis überhaupt erreichte. Mehr Stimmen (5918) bekam neben dem Bürgermeister nur noch ihr Mann Stefan Mager, der Spitzenkandidat der Bruckmühler Grünen. Die Grünen verbesserten sich im Vergleich zur 2014er-Wahl um acht auf 22,8 Prozent. Künftig wird Stefan Mager, der die Partei bis dato allein im Gemeinderat vertrat, von vier weiteren Grünen unterstützt. „Das Ergebnis zeigt, dass sich viele Bruckmühler für den achtsamen Umgang mit der Natur und unseren Ressourcen, für erneuerbare Energien und kluge Zukunftsvisionen für Bruckmühl interessieren“, betont er. „Die Menschen wollen sich wohlfühlen in ihrer Heimat. Und dafür werden wir uns nun verstärkt einsetzen können. Ich freue mich auf die Arbeit in der Fraktion.“ Für mehr Orte der Begegnung in der Marktgemeinde setzt sich auch Georg Pritzl ein, der für die OLB erneut im Gemeinderat vertreten ist. „Wir müssen endlich umdenken, naturnahe Erholung schaffen, die Konzepte für die Höglinger Kiesgruben umsetzen und neue regionale Netzwerke schaffen“, mahnt er. Gerade die Corona-Krise mache deutlich, wie wichtig es sei, sich auf die Stärken des eigenen Standortes zu besinnen. Ein einfach umsetzbarer Vorschlag: Bruckmühler Markthallen mit regionalen Produkten. Er begrüßt die Verjüngung des Marktgemeinderates mit neun neuen Räten, die kräftige Grünen-Fraktion und sagt: „Eine Bereicherung“. Zudem plädiert Pritzl dafür, dass Stefan Mager einer der beiden stellvertretenden Bürgermeister wird, denn „er hat mit 5918 Stimmen das zweitbeste Ergebnis aller Gemeinderäte.“
Dass so etwas in Bruckmühl möglich sein wird, kann sich Robert Niedermeier von der SPD/PU nicht vorstellen. Er ist seit 21 Jahren Marktgemeinderat und weiß, „dass jeder Versuch, die Haltung der Mehrheitsfraktion zu durchbrechen, gescheitert ist“. Niedermeier ist enttäuscht, dass die SPD massiv Stimmen verloren hat. Die Fraktion setze sich für eine dynamische Entwicklung ein, sei seit Jahren darum bemüht, dass die Energiewende in Bruckmühl angepackt werde. „Das hat uns nicht viele Stimmen gebracht.“ Künftigen Abstimmungen sieht er mit Spannung entgegen. „Es ist knapp. Es wird interessant, ob wir zu einer geschlossenen Opposition zusammenfinden.“ Mit zwei Sitzen im Parlament bleibt die Fraktion der Bayernpartei stabil. Alexandra Bär will ihren Schwerpunkt auf ländliches Bauen und den Erhalt der ortstypischen Erscheinungsbilder setzen.