Corona-Pandemie bremst auch Echelon Open Air im August aus

von Redaktion

Vorverkauf ist schon voll angelaufen – Fokus liegt jetzt auf dem Sommer 2021

Bad Aibling – Auch die Hoffnung der Elektromusik-Fan-Szene ist geplatzt: Der Sommer 2020 wird ohne das Open-Air-Festival Echelon stattfinden. Dazu waren bereits große Stars wie Carl Cox, „Alle Farben“, Charlotte de Witte oder Brennan Heart angekündigt. „Wir hatten schon noch einen Funken Hoffnung, das Echelon im August doch durchführen zu können, bis zum Mittwoch haben wir auch noch geworben“, sagt Veranstalter Patrick Gallenmüller gegenüber unserer Zeitung. Doch letzten Endes sieht er die Situation realistisch.

„Die Gesundheit
geht vor“

Es gebe so viele Thesen und Meinungen in der Politik, der Medizin und vonseiten der Virologen, dass es schwer sei, sich ein klares Bild zu verschaffen. „Doch trotz des massiven wirtschaftlichen Schadens für uns, unsere Subunternehmer, die Hotellerie, Gastronomie und Technikfirmen geht letztendlich die Gesundheit einfach vor“, sagt Gallenmüller.

Veranstaltungen, bei denen die Besucher engen Körperkontakt hätten, stellten einfach eine besondere Gefahr dar, zumal sich die Kontakte mit Infizierten bei solch großen Ereignissen nicht mehr zurückverfolgen ließen.

Er hält die am Mittwoch von Bundes- und Staatsregierung getroffenen Maßnahmen persönlich für eine gute und vorausschauende Entscheidung: „Es ist verständlich, dass man kein Risiko eingehen will.“ Immerhin habe man nun auch Planungssicherheit bis in den Sommer hinein.

Über die letzten Monate habe man bereits unzählige Stunden für das Echelon investiert, Konzepte ausgearbeitet und sich viel Neues einfallen lassen, mit dem man das bei den Fans lang ersehnte Wochenende vom 21. bis 23. August auf einer neuen Ebene hätte stattfinden lassen wollen. Das nehme man nun alles mit ins neue Jahr zum Echelon 2021.

Ein großes Echo bekommen die Veranstalter auch auf ihren Aufruf im Internet: „Bleibt weiterhin zu Hause, seid füreinander da, schützt die Risikogruppen und nutzt die Zeit möglichst sinnvoll. Unsere Gemeinschaft ist seit jeher fundamental und unerschütterlich, das können wir nun allen beweisen.“

In den Kommentaren dazu heißt es: „Sehr schade, war aber zu erwarten. Dafür wird es 2021 um so besser“, „Sehr traurig, dass das Echelon dieses Jahr ausfällt. Aber ich denke mal, es ist die richtige Entscheidung…“ oder „Schade, aber das Beste, was man in dieser schweren Zeit hätte tun können. Bleibt alle gesund. Nächstes Jahr geht’s doppelt rund“. Das sehen die Veranstalter auch so: „Wir sehen uns mit noch mehr Vorfreude und Energie bei der nächsten Edition.“

Wie mit den zahlreichen bereits verkauften Tickets verfahren wird, werde man in den nächsten Tagen entscheiden (siehe auch Seite 9). Der Beschluss des Corona-Kabinetts der Bundesregierung, dass Veranstalter im Kultur-, Wissenschafts-, Sport- oder sonstigen Freizeitbereich im Fall der pandemiebedingten Absage für vor dem 8. März erworbenen Tickets dem Inhaber anstelle einer Erstattung einen Gutschein geben dürfen, hält Gallenmüller, der übers Jahr insgesamt zehn Großveranstaltungen durchführt, für eine sehr gute Möglichkeit, um Firmen vor der Insolvenz zu schützen. Denn für viele, die von den drei bis vier Monaten leben, in denen die meisten Festivals stattfinden, sei die aktuelle Situation eine echte Katastrophe.

„Gemeinsam
durchstehen“

„Das ist eine schwere Zeit, die wir alle miteinander durchstehen müssen. Wir arbeiten mit unseren Firmen zum Teil schon seit vielen Jahren zusammen, die Branche ist jetzt fast ausnahmslos von Kurzarbeit betroffen. Wir haben am Mittwoch auch sofort eine Krisensitzung einberufen und wollen alles daran setzen, dass keiner gehen muss.“ Eva Lagler

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