Diatonische spuin – auch mit dem Tablet

von Redaktion

Helli Resch vom Samerberg unterrichtet Schüler aktuell über Skype

Samerberg – Gewöhnungsbedürftig sei es schon, sagt Helli Resch. Aber für ihn sei es auch eine wahnsinnige „Gaudi“, sich mit seinen Schülern über den Bildschirm zu unterhalten.  Der Musiklehrer aus Samerberg möchte auch während der Corona-Krise weiterhin mit seinen Schülern in Kontakt bleiben. Deshalb hat er sich etwas Ungewöhnliches einfallen lassen: Musikunterricht über Skype.

Zuvor Elektriker und
jetzt Musiklehrer

Seit vier Jahren unterrichtet der 49-Jährige Gitarre, Steirische Harmonika und Ukulele. Zuvor war er 25 Jahre lang als Elektroniker tätig.  „Das hat mir irgendwann keinen Spaß mehr gemacht“, erzählt Resch. Er wollte lieber etwas machen, was ihn schon immer interessiert hätte: anderen die Musik näherbringen.

Über Mundpropaganda habe sich das Vorhaben des 49-Jährigen schnell herumgesprochen. Er bekam immer mehr Zulauf. Mittlerweile unterrichtet er nun etwa 60 Schüler. „Von acht bis 80 Jahre.“  In der Regel kommen sie zu ihm nach Hause.  „Jetzt geht das halt nicht mehr“, sagt Resch. Deshalb finden die Treffen nun auf virtuelle Weise statt. Und, wie der Samerberger berichtet, auch die Senioren und Rentner ziehen mit.

Als klar wurde, dass der Unterricht auf gewohnte Weise nicht mehr stattfinden darf, habe sich Resch überlegt, wie er weiterhin für seine Schüler erreichbar bleiben kann. Dann kam ihm die Idee, über Skype zu unterrichten. Diesen Vorschlag habe er seinen Schülern dann gleich in einer gemeinsamen Whatsapp-Gruppe unterbreitet.

Sein Einfall fand viel Zustimmung, erzählt Resch. Mittlerweile würden mindestens die Hälfte seiner Schüler von dem Angebot Gebrauch machen. Auch die Älteren unter ihnen würden sich nicht vor der neuen Technologie scheuen und seien auf den Zug mit aufgesprungen. Musikunterricht via Skype sehe folgendermaßen aus: „Meistens spiele ich eine Notenzeile vor und der Schüler spielt sie nach“, erklärt Resch. Diese Taktik erfordere „Disziplin von beiden Seiten“, erläutert Resch. Würde man sich persönlich treffen, hätte man mehr Freiheiten, dann könnte man Stücke auch gemeinsam spielen. Über Skype funktioniere ein exaktes Zusammenspiel allerdings nicht, wie Resch berichtet. Die Übertragung sei manchmal etwas zeitversetzt. Aber Schwierigkeiten wie diese nehmen Resch und seine Schüler einfach mit Humor. Gerade in einer Krise wie jetzt sei Musizieren eine sinnvolle Beschäftigung, wie der 49-Jährige findet. Und die Eltern seiner jüngeren Schüler seien froh, dass der Unterricht weiterhin stattfindet. „Es gibt die gleichen Hausaufgaben wie zuvor auch“, scherzt der 49-Jährige. Auch nach der Krise könne sich Resch vorstellen, weiterhin einen „Skype-Unterricht“ anzubieten – für Interessierte, die weiter weg wohnen. Denn, wie er findet: Das funktioniere im Großen und Ganzen ganz gut.

Das ist Balsam
für die Seele

Seinen Beruf zu wechseln, habe Resch bislang nie bereut: „Das war das einzig Richtige.“ In den vergangenen vier Jahren habe er viel Schönes erlebt. Einer seiner Schüler – ein älterer Herr mit der Krankheit Parkinson – wollte zum Beispiel unbedingt Steirische Harmonika spielen lernen. Anfangs kein leichtes Unterfangen, „aber trotz Parkinson hat er das gelernt“, berichtet Resch begeistert. Je mehr der ältere Herr spiele, umso mehr vergesse dieser sein Zittern. Musik sei eben Balsam für die Seele, sagt Resch. Vor allem in Zeiten wie diesen.

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