Bad Aibling – Diese Schilder werfen in der Bevölkerung vielfach Fragen auf: Sie weisen auf den Asiatischen Moschusbockkäfer und die Quarantäne-Zone hin, die sich auch über einen großen Teil des Bad Aiblinger Stadtgebietes erstreckt. Doch die wichtigste Nachricht vorweg: Bisher gab es noch keinen Befall in Bad Aibling, wie eine Sprecherin der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte.
Die Quarantäne-Zone gibt es, wie berichtet, schon seit Längerem. Sie wurde zum Schutz der EU gegen die Einschleppung und Ausbreitung des Moschusbockkäfers errichtet und später erweitert, nachdem der Schädling vor einigen Jahren erstmals in Kolbermoor aufgetreten war. Dort liegt – südlich der Mangfall – nach Angaben der LfL nach wie vor das Hauptbefallgebiet. Außerhalb von Kolbermoor sei bislang nur ein Baum in Rosenheim betroffen gewesen.
Was bedeutet die Quarantäne-Zone nun für die Bürger, die innerhalb deren Grenzen leben? Für sie ist dies dann relevant, wenn sie spezielles Schnittgut entsorgen wollen. Und zwar von Gewächsen der Pflanzengattung Prunus. Dazu zählen unter anderem Kirsche, Zwetschge, Pflaume, Aprikose, Mirabelle, Pfirsich und Zierformen wie das heimische Kriecherl, Blutpflaume und Zierkirsche.
Denn diese werden von dem Schädling bevorzugt befallen. „Sämtliches Schnittgut dieser Pflanzengattung – mit Ausnahme des Kirschlorbeers – darf nicht über die Grenzen des Quarantäne-Gebietes transportiert werden und muss separat entsorgt werden“, betonen die Bad Aiblinger Stadtverwaltung und die LfL. Zur Entsorgung steht ein Container im Wertstoffhof an der Thürhamer Straße 21 zur Verfügung. Es wird dann gehäckselt und verbrannt. Die Abgabe des Schnittgutes ist für Privatpersonen und Gewerbetreibende kostenlos.
Zusätzlich sind Hausgartenbesitzer im abgegrenzten Gebiet verpflichtet, Wirtspflanzen alle zwei Monate auf Befall zu kontrollieren. Befallssymptome sind der Auswurf von Bohrmehl, das sich am Boden oder in den Astgabeln befindet, und Ausbohrlöcher. In den Sommermonaten können auch Käfer gesichtet werden. Der Käfer ist an seinen schwarzen, lackartigen Flügeldecken und seinem roten Halsschild zu erkennen.
Bei Verdacht auf Auftreten des Schädlings, Käferfunden oder Fragen zum Thema können sich Bürger unter Telefon 0174/7981593 oder E-Mail aromia@lfl.bayern.de an das LfL wenden. Weitere Informationen sind auch online unter www.lfl.bayern.de zu finden.