Bad Aibling – „Coronabi“ – Mit Abstand die Besten“ lautete das Motto der Abiturfeier des Aiblinger Gymnasiums. Corona kam auch im kreativen Logo vor – samt einer „Bad Aibling-Maske“. „Es gibt heuer nicht nur eine Abiturfeier, sondern gleich drei“, erklärte Oberstudiendirektor Michael Beer.
Durch drei aufeinanderfolgende Teilfeiern konnte man den Eltern die Teilnahme ermöglichen. Mit Stolz vermeldete der Schulleiter, „dass bei 38 Abiturienten eine ,Eins‘ vor dem Komma steht, 16 mit 1,5 und besser abgeschlossen haben und das Traumergebnis von 1,0 gleich fünf von ihnen abgeliefert haben“. Wenngleich sich unter den zehn Besten acht junge Frauen und zwei junge Männer befänden, habe das allerbeste Ergebnis aber ein Mann erzielt: Marc Nickel. Die erreichte Abi-Durchschnittsnote liegt bei 2,24.
In der von Marc Nickel und Marinus Halbig vorgetragenen Abiturrede stand – mit augenzwinkernder Selbstkritik – die Zeit während des schulischen Lockdowns – „mehr Studium der Spirituosen statt der Mathematik“, und danach „das große Erwachen“ im Mittelpunkt.
Mit Rettungswesten
das Ufer erreicht
Mit dem Zitat von Blaise Pascal „Wenn du den lieben Gott zum Lachen bringen willst, dann erzähle ihm von deinen Plänen“, stellte Beer die Verbindung zur Corona-Krise her. Bis zum 13. März seien die Schüler optimistisch auf dem Deck eines hochseetauglichen Dampfers mit dem Zielhafen „Abitur“ gewesen. „An diesem Tag aber mussten wir euch auf Befehl des Obersten Flottenkommandos von einer Stunde auf die andere über Bord werfen.“
Mit ungeprüften digitalen Rettungswesten und bei schwerem Seegang galt es, irgendwie das rettende Ufer zu erreichen. „Ihr seid tatsächlich am Ufer angekommen und habt den Hafen erreicht“, stellte er fest. Wer auch immer den Wert des Reifezeugnisses anzweifle, irre gewaltig. „Ihr habt ein reguläres bayerisches Abitur. Euch wurde nichts geschenkt.“
Dem Ziel eines wertschätzenden und respektvollen Umgangs miteinander sei der Jahrgang nahegekommen. „Ihr seid eine junge Generation, auf die wir uns verlassen, auf die wir stolz sein können. Im Nachhinein war mir klar: Vor euch musste sogar Corona kapitulieren.“ Seinen Glückwünschen schloss sich Landrat Otto Lederer in einer Videobotschaft an. Er mahnte jedoch, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen.
Viel beklatschtes
Rahmenprogramm
Ebenfalls digital und mit dem „Tote Hosen“-Liedtext „An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit“ übermittelte Bürgermeister Stephan Schlier, der 2008 an der Schule sein Abitur machte, seine Gratulation und appellierte: „Macht etwas aus Eurem Leben und bleibt Bad Aibling verbunden.“
Ausnahmslos auszeichnen konnten sich auch die Akteure des viel beklatschten musikalischen Rahmenprogramms. Philipp Eberlein, Kilian Grottke und Maxi Tutert sorgten im Außenbereich mit ihren Fanfarenklängen für den Auftakt. Kilian Härtling spielte auf dem Piano den „Salsa-Creek“ und Julian Berndl, Dominik Englhauser, Marinus Halbig, Quirin Karl und Felicia Ludwig präsentierten „Peripherie“.
Die Combo ließ – mit den Solisten Helen Beaumont und Johanna Diatka – nicht nur den Trailer zu „Game of Thrones“ erklingen, sondern begleitete auch Matteo Stenzel bei seiner von ihm umgedichteten „Moritat von Mackie Messer“.
Den musikalischen Schlusspunkt der „Zeugnisverleihung in drei Akten“ setzte Matteo Stenzel mit seinem Schluss-Rap als Hommage an die Eltern „Familie ist das Einzige, was zählt“.