Bad Feilnbach – Bei den Oldtimerfreunden Au-Kematen-Dettendorf werden Pflege und Erhalt historischer Fahrzeuge und Gerätschaften großgeschrieben. Dieser Grundsatz gilt, ihrem Vorsitzenden Anderl Michalke zufolge, natürlich auch für die Mitglieder, die sich jetzt zueiner Vereinsausfahrt durchs Bad Feilnbacher Gemeindegebiet aufmachten. Es war im Corona-Jahr aber auch die erste und einzige öffentliche Veranstaltung, an der sich Mitglieder mit Bulldogs wie Eicher, Fendt, Deutz, Schlüter, Primus McCormick sowie Unimog und einem Pinzgauer von den österreichischen Steyr-Puch-Werken beteiligten.
Bei vielen anderen geplanten Ausrückfahrten zu Oldtimer- und Bulldog-Treffen machte Corona zum Bedauern der Sammler, Heger und Pfleger historischer Gerätschaften einen dicken Strich durch die Rechnung. So nutzten Vorstand und Mitglieder die Wochen und Monate während der Pandemie, um ihren betagten Dieselrössern, Autos und Motorrädern ein strahlendes Aussehen zu verleihen und die Funktion der einstigen technischen Helfer in der Landwirtschaft aufrechtzuerhalten. Etwa Tim Tom aus Schwarzenberg in der Gemeinde Fischbachau, der sich mit einem Eicher „Tiger“ und anhängender Kombination aus Bandsäge und Holzspalter auf den Weg zum Sportheim vom ASV Au machte – dem Treffpunkt der Rundfahrt. Wie der Eigentümer bekräftigte, leiste die mit Riemen betriebene Konstruktion – hergestellt in den Jahren 1947 bis 1948 und auf einer US-Army-Jeep-Achse sitzend – noch zuverlässig ihre Dienste.
Nicht missen will Thomas Höfl aus Bad Feilnbach seine 200 Kubik starke Zündapp, Baujahr 1952. Die Bauteile seien zum Großteil noch im Originalzustand, versichert der Oldtimer-Experte.
Zweck der vereinsinternen Rundfahrt, die vor allem entlang der Kufsteiner Straße in Bad Feilnbach von vielen neugierigen und begeisterten Blicken und Smartphones begleitet war, waren das Zusammenkommen und der Austausch. Nach Ansicht von Vorsitzendem Michalke, dessen Stellvertreter Markus Kaffl, Kassier Manfred Wechselberger und weiteren Oldtimer-Freunden war dieser Tag äußerst wichtig und verfehlte auch seinen Zweck nicht. Entsprechend locker und zufrieden war auch die Stimmung an den Zwischenstationen Meisterhof in Wiechs und am Vereinsstadel der Pferdefreunde am Wendelstein – dem Endpunkt der Tour.
Allerdings war Corona auch bei dieser Ausfahrt ein nicht willkommener Begleiter. Streng wurden die Abstandsregeln und Hygieneregeln eingehalten.
Für 2021 haben sich die Oldtimerfreunde wieder ein buntes Programm vorgenommen. Dazu gehört als Höhepunkt ein Oldtimer-Treffen im Rahmen von Jubiläumsfeierlichkeiten des ASV Au. Geplant ist es für den 27. Juni, wenn es denn die Corona-Pandemie zulässt. pes