Ludwigsbad: Parklandschaft mit Teich

von Redaktion

Bauausschuss befürwortet neue Pläne für das Areal ohne Gegenstimme

Bad Aibling – Grüne Parklandschaft mit Seerosenteich, Wildblumenwiesen und großen Bäumen statt Großbaustelle: Nachdem es lange ruhig war um die künftige Nutzung des
Ludwigsbad-Geländes, überrascht der Grundstückseigentümer nun mit seinem aktuellen Vorhaben für das große Areal zwischen Rosenheimer Straße und Kurpark.

Der Erdwall an der Rosenheimer Straße ist bereits abgetragen und wurde durch eine Heckenbepflanzung ersetzt – und auch sonst erwacht das Gelände ein wenig aus dem Dornröschenschlaf. Der Teich wird mit einer über 500 Quadratmeter großen Tiefwasserzone mit Seerosen sowie einer Flachwasserzone mit Blutweiderich, Iris und Schilf von über 200 Quadratmetern angelegt.

Große Bäume auf
dem Areal gepflanzt

„Es wurden und werden außerdem höchstwertige große Bäume gepflanzt“, teilte Stadtbaumeister Andreas Krämer dem Bauausschuss in der jüngsten Sitzung mit. Zudem habe der Eigentümer angeboten, eine Patenschaft für eine städtische Fläche an der Katharinenstraße zu übernehmen, die passend dazu gestaltet werden könnte.

„Bebauung ist
nicht vom Tisch“

Dies alles bedeute aber nicht, dass eine Bebauung des Areals deswegen vom Tisch ist, wie Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) sagte. Wann und wie diese umgesetzt werden soll, dazu gibt es aktuell aber laut Stadt keine offiziellen Aussagen. Der Eigentümer war gestern für eine Anfrage nicht zu erreichen.

Wie Krämer erläuterte, sei das im bestehenden Bebauungsplan vorgesehene Konzept zur Errichtung zweier L-förmiger, großer Klinik-/ Hotelgebäude seit Jahren nicht umsetzbar, weswegen dieser Bebauungsplan ohnehin derzeit insgesamt überarbeitet werde. „Bei dem in Aufstellung befindlichen Bebauungsplan sollen die festzusetzenden Baukörper aber so errichtet werden, dass sie den Teich mittelfristig oder gar nicht tangieren“, teilte der Stadtbaumeister mit.

Aus Sicht der Verwaltung werten der Teich mit Bachlauf sowie die Baumpflanzungen, die geplanten Wildblumenwiesen und Grünflächen das Stadtbild an dieser Stelle vor allem ökologisch erheblich auf und vergrößern die stadtinternen, immer wichtiger werdenden notwendigen Grünflächen.

„Ganz wunderbar“ fand Florian Weber (Bayernpartei) die Pläne für das seit vielen Jahren brach liegende Gelände und betonte: „Ich stimme auf jeden Fall zu.“

„Öffnen ja, aber
unter Vorbehalt“

Er wollte wissen, ob das Areal, das sich in Privatbesitz befindet, nach Abschluss der Arbeiten auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird. „Ja, daran ist laut dem Eigentümer gedacht. Allerdings unter Vorbehalt – wenn es dort zu Verunreinigungen oder Beschädigungen kommt, kann sich das wieder ändern“, wusste Krämer aus vorangegangenen Gesprächen.

„Das wäre wirklich
ein Geschenk“

„Das wäre extrem begrüßenswert, wenn das Gelände begehbar wäre. Und wenn der Eigentümer auch noch den Platz vor dem Gelände gestaltet, dann wäre das wirklich ein Geschenk“, meinte Martina Thalmayr (Grüne). Wie ihr Fraktionskollege Sebastian Uhl würde sie sich allerdings wünschen, dass die hohe Hecke wieder wegkäme. Schlier indessen meinte: „Wir können froh sein, dass der Wall weg ist. Freuen wir uns doch einfach über die Entwicklung dort, die das Stadtbild wirklich enorm aufwertet.“ Mit 11:0 Stimmen befürwortete der Bauausschuss den Antrag und war sich einig, dass die Schaffung des Grünbereichs städteplanerisch absolut wünschenswert sei.

Gelände mit langer Geschichte

Im Ludwigsbad, dem ersten „salinischen Moorheilbad“ Bayerns, nahm Mitte des 19. Jahrhunderts das Kurwesen in Bad Aibling seinen Anfang. Die von Dr. Desiderius Beck gegründete Anstalt wurde später ausgebaut und als Hotel genutzt. Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Betrieb dann aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Seither stand das Haus leer. 2007 wurden die Gebäude, zu diesem Zeitpunkt im Besitz der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, Opfer einer Brandstiftung. Der Dachstuhl und ein Großteil des Gemäuers wurden beschädigt. Es folgten zahlreiche Verhandlungen mit potenziellen Investoren. 2011 erwarb der Unternehmer Peter Greither das Areal an der Rosenheimer Straße. Im Juli 2011 erfolgte der Abriss des maroden Hotels. Erhalten blieb der große Hotelpark. Für das Areal gab es in der Folge diverse, letztlich aber nicht umgesetzte Nutzungskonzepte, angefangen von einem temporären Biergarten (2011) über den Bau eines Spezialpflegeheimes, einer Tagespflege, betreutem Wohnen und weiteren medizinischen Einrichtungen (2015) bis zur Errichtung mehrerer Gebäude zur gewerblichen und öffentlichen Nutzung mit einem circa 35 Meter hohen, elfstöckigen „Hochhaus“, das begrünt werden sollte. Nach zahllosen Diskussionen um die Höhe dieses Gebäudes zeigte sich der Stadtrat im September 2018 mit einer stark reduzierten Variante (vier- bis fünfgeschossige Bebauung des Geländes sowie dem höchsten Baukörper mit sieben Stockwerken, 40 Prozent gewerbliche sowie 60 Prozent Wohnnutzung inklusive eines Teils „bezahlbaren Wohnraums“) einverstanden. Das Bebauungsplanänderungsverfahren, das auf diesem Beschluss fuße, ruhe allerdings im Moment. Es seien keine weiteren Pläne bezüglich der Bebauung – mit Ausnahme des nun beabsichtigten Teichbaus – eingereicht worden, so Bürgermeister Stephan Schlier auf Anfrage unserer Zeitung.

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