Bruckmühl – Mit dem Winterdienst beschäftigte sich der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Dabei ging es vor allem um die Streumittel. Ein Konsens fand sich allerdings nicht. Der Tagesordnungspunkt wurde zurückgestellt. Das heißt: Auch in diesem Winter bleibt es beim Einsatz von Streusalz.
Schon im März hatte sich der Marktgemeinderat auf Initiative von Stefan Mager (Grüne) mit dem Thema beschäftigt, ohne sich aber auf ein verbindliches Winterdienst-Procedere verständigen zu können (wir berichteten). Diesmal ging Bauhofleiter Franz Dengler mit einem Streumittelvergleich detailliert auf das Pro und Contra von Salz und Sole ein (siehe Kasten).
Pro und Contra
wurde abgewogen
Für Josef Staudt (SPD/PU) war die Entscheidung klar: „Wir können mit dem Einsatz von Sole nicht nur Geld sparen, sondern haben auch weniger Salz auf den Straßen und können damit dem ökologischen Gedanken Rechnung tragen.“ Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) ergänzte, dass nach seinem Kenntnisstand das Straßenbauamt Rosenheim mit Sole gute Erfahrungen gemacht habe.
Wolfgang Huber (Grüne) erkundigte sich nach Fördermitteln für die Umrüstung von Winterdienstfahrzeugen. Rathauschef Richard Richter beauftragte die Verwaltung, das in Erfahrung zu bringen.
Auch für Georg Ziegltrum (CSU/PW) war die Entscheidung klar: „Wir sparen 30 Prozent an Finanzmittel, dazu noch Streumittel, ist doch alles gut.“ Fraktionskollege Klaus Christoph plädierte für die Beibehaltung des jetzigen Prozederes und ergänzte: „Wir könnten uns aber auch die Beschaffung eines Winterdienstfahrzeuges mit kombinierten Salz-Sole-Streuaufsatz vorstellen.“ Grünen-Rat Stefan Mager berichtete, dass nach seinen Recherchen beim Bauhof Rosenheim keinerlei Probleme bei der Verwendung von Sole bis minus zehn Grad aufgetreten seien. Für die Sole-Notbevorratung regte er ein eigenes Soleherstellungssystem an: „Die Investitionen amortisieren sich innerhalb weniger Jahre.“ Weiter stellte er fest, dass es auch Hersteller gebe, die Solestreuer für Kleinfahrzeuge im Programm hätten.
Mager betonte, dass es der Grünen-Fraktion darum gehe, so viel Salz wie nötig und so wenig wie möglich einzusetzen. Dabei schlug er auch den Bogen zur bayerischen Straßenbauverwaltung.
Hier sei der Salzverbrauch durch den Einsatz von neuen Technologien, zu denen auch die Solestreuung gehöre, um etwa 30 Prozent gesenkt worden. Er regte an: „Lassen Sie uns die Zukunft des Winterdienstes nachhaltig, ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll gestalten.“
Stefan Magers Antrag, eine Entscheidung aufzuschieben und die Zeit zur weiteren Recherche zu nutzen, folgte der Marktgemeinderat mit einem 15:7-Entscheid. Für eine fundierte Sachentscheidung sollen Verwaltung und Bauhofleitung nun weitere umfangreiche Detailinformationen zusammentragen. Bis Ende des zweiten Quartals haben sie dafür Zeit.